E.on
- Maximilian Völkl

Gewinnrückgang bei E.on: Neue Pläne, alte Probleme

Am Donnerstag hat E.on Zahlen für das abgelaufene Quartal veröffentlicht. Erwartungsgemäß ist der operative Gewinn bei Deutschlands größtem Versorger weiter zurückgegangen. Auf der Hauptversammlung will Konzernchef Johannes Teyssen im Laufe des Tages die radikalen Aufspaltungspläne erklären. Die Aktie hängt derweil nach wie vor im Seitwärtstrend fest.

Wegen der niedrigen Öl- und Strompreise hat E.on im ersten Quartal operativ erneut weniger verdient. Im Vergleich zum Vorjahr ist der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um neun Prozent auf 2,83 Milliarden Euro gesunken. Der Umsatz sank um zwei Prozent auf 30,6 Milliarden Euro. Die Zahlen trafen damit in etwa die Erwartungen der Experten.

Unter dem Strich ist der Überschuss wegen geringerer Abschreibungen und Steuern sowie höherer Einmal-Buchgewinne zwar sogar um 39 Prozent auf 1,06 Milliarden Euro angestiegen. Dennoch ist der grundlegende Trend bei E.on weiterhin besorgniserregend. Der Verfall des Strompreises drückt immer mehr auf die Bilanz des Konzerns. Trotz Gewinnrückgangs sollen die Aktionäre vorerst allerdings weiterhin eine attraktive Dividende von 0,50 Euro erhalten – dies entspricht einer Rendite von gut 3,5 Prozent.

Neue Pläne

Mit Spannung werden nun die Aussagen von Konzernchef Teyssen erwartet, der die Pläne für die Konzernaufspaltung auf der Hauptversammlung erklären will. Als Reaktion auf die Energiewende will sich E.on aufspalten und den gesamten Teil mit Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken in eine neue Gesellschaft ausgliedern. Der Hauptkonzern soll sich künftig auf Geschäfte wie Ökostrom, Energienetze und den Vertrieb konzentrieren. Erste Details dazu stehen bereits seit vergangener Woche fest.

Abwarten

Der Konzernumbau bei E.on ist in vollem Gange. Nach wie vor bleibt allerdings ungewiss, ob die grundlegenden Probleme dabei aus der Welt geschafft werden können. Anleger sollten das Risiko derzeit nicht eingehen und an der Seitenlinie bleiben. Auch die hohe Dividendenrendite ist kein Kaufargument.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on-Aktie: Da geht noch mehr

Bei E.on hat sich das Chartbild wieder deutlich aufgehellt. Die Aktie des Versorgers ist in der vergangenen Woche auf ein neues 52-Wochen-Hoch geklettert. Auf dem aktuellen Niveau dürfte das Ende der Fahnenstange aber noch nicht erreicht sein. Goldman Sachs bleibt optimistisch für den DAX-Titel. mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on: Die Milliarden-Frage

Trotz der starken Zahlen der Tochter Uniper kann die E.on-Aktie die Gewinne aus dem frühen Handel am Dienstag nicht verteidigen. Anleger warten gespannt auf das eigene Zahlenwerk des Versorgers, das morgen früh präsentiert wird. Die Rückkehr in die schwarzen Zahlen ist so gut wie sicher. mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on: Tochter Uniper glänzt – morgen zählt es!

Die E.on-Tochter Uniper hat die Prognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Nach einem starken ersten Halbjahr will der konventionelle Versorger zudem deutlich mehr Dividende ausschütten als geplant. An der Börse kommt das gut an. Die Papiere von Mutter und Tochter legen jeweils zu. Morgen … mehr