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Gewinnexplosion!

Der Computerhersteller Apple hat im ersten Quartal seinen Profit versechsfacht und die Prognosen der Analysten pulverisiert. Trotz des spektakulären Ergebnisses geriet der Aktienkurs am Abend unter Druck.

Der Computerhersteller Apple hat im ersten Quartal seinen Profit versechsfacht und die Prognosen der Analysten pulverisiert. Trotz des spektakulären Ergebnisses geriet der Aktienkurs am Abend unter Druck.

Von Martin Weiß

"Einige Anleger hatten ein besseres Ergebnis erwartet und deshalb die Aktien verkauft", kommentierte ein Händler in New York den Kursverlust am späten Mittwochabend. Die Papiere von Apple gaben im nachbörslichen Geschäft 1,1 Prozent auf 40,60 Dollar nach. Die Aktien haben seit Jahresbeginn 26 Prozent an Wert gewonnen, auf Sicht von zwölf Monaten beträgt das Kursplus stramme 200 Prozent.

Dauerbrenner iPod und Mac Mini

Die anhaltende Nachfrage nach Apples "Goldesel" iPod, und dem neuen Mac Mini, kurbelte den Konzerngewinn im Zeitraum bis zum 26. März auf 290 Millionen Dollar oder 0,34 Dollar pro Aktie in die Höhe. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatte Apple gerade einmal 46 Millionen Dollar verdient. Analysten hatten für die jüngste Periode mit einem Profit von 0,24 Dollar gerechnet. Der Umsatz erhöhte sich von 1,91 auf 3,24 Milliarden Dollar - ein Plus von 70 Prozent. Angesichts solcher Zahlen verwundert es, dass die Anleger am Abend auch nur eine Aktie abgaben. Zumal in das Ergebnis erstmals die Verkaufszahlen des Mac Mini (ab 500 Dollar) und der iPod-Shuffle-Familie (ab 99 Dollar) eingeflossen sind. Rund ein Drittel des Quartalumsatzes erlöste Apple mit dem Verkauf seiner iPods. Der Wettbewerb in diesem Segment nimmt stetig zu, dennoch setzte Apple 5,3 Millionen iPods allein im ersten Quartal ab.

PC-Absatz verdoppelt

Viele Analysten rechnen wegen der zu erwartenden Marktsättigung auf absehbare Zeit mit rückläufigen Wachstumsraten in der iPod-Sparte. Aus diesem Grund gewinnt das traditionelle Kerngeschäft von Apple, der Verkauf von Computern, wieder an Bedeutung. Die Sparte zeigte sich in den letzten drei Monaten in Topform: Die verkauften Stückzahlen von iMacs, iMac-Minis und eMacs erreichten 1,07 Millionen, nach 749.000 im Vorjahr. Insgesamt setzte Apple mit seinen PCs 1,49 Milliarden Dollar um.

Makelloses Quartal

Apple hat den Mac-Mini im Januar vorgestellt. Der Kompakt-PC, der mit seinen Ausmaßen an das externe Floppy-Laufwerk des C-64 erinnert, soll dabei helfen, den Marktanteil im PC-Bereich (bislang zwei Prozent) zu erhöhen. Der Konzern hat zwar keine detaillierten Umsatzzahlen für die Mac-Sparte gegeben, die Einführung aber als Erfolg bezeichnet. "Wir sind sehr zufrieden mit der Kundenresonanz", sagte der Konzern.

Fazit: Das Quartalsergebnis von Apple bietet selbst auf den zweiten Blick keinen Kritikansatz, insofern erscheinen die Verkäufe vom Vorabend überzogen. Angesichts der Wachstumsdynamik geht die Bewertung der Titel (KGV 05e: 32) absolut in Ordnung. Solange der Kurs nicht unter 39 Dollar fällt, droht charttechnisch keinerlei Gefahr, ein Anstieg über 45 Dollar würde ein starkes Kaufsignal generieren.

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