GETGOODS.DE AG O.N.
- Thomas Bergmann - Redakteur

Getgoods.de: Übernahmegerüchte – wann springt die Aktie an?

Im Markt wird derzeit darüber spekuliert, dass die Media-Saturn-Holding Interesse am Online-Händler Getgoods.de haben soll. Das Unternehmen hatte zuletzt seinen testierten Jahresabschluss vorgelegt und einen sehr guten Ausblick abgegeben.

Getgoods-Vorstand Markus Rockstädt-Mies wollte sich auf Anfrage des AKTIONÄR zu den Gerüchten nicht äußern. Er habe aber schon immer keinen Hehl daraus gemacht, dass Getgoods für sein starkes Wachstum einen Investor beziehungsweise neue Liquidität benötigt. Der Konzern habe eben keinen finanzstarken Partner im Rücken, so wie die Konkurrenten Cyberport mit Burda oder Redcoon mit der Media-Saturn-Holding (MSH).

Sehr zufrieden mit Umsatzentwicklung

Die testierten Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2011, die Getgoods erst auf den letzten Drücker vor dem Stichtag 30. Juni präsentierte, untermauern, dass der Online-Händler mit einem atemberaubenden Tempo wächst. Der Pro-forma-Umsatz stieg im Vergleich zu 2010 um knapp 100 Prozent auf 316,9 Millionen Euro. "Damit bin ich sehr zufrieden", so Rockstädt-Mies. Die Pro-forma-EBIT-Marge von 2,1 Prozent sei in Ordnung gewesen, doch der Kauf von HOH Home of Hardware belastete das Ergebnis.

Der Ausblick für 2012 kann sich sehen lassen: Rockstädt-Mies strebt einen Umsatz von mindestens 400 Millionen Euro an, wobei die EBIT-Marge auf 2,5 Prozent ausgeweitet werden soll.

Noch mehr Produkte

Gleichzeitig wolle der Online-Händler in diesem Jahr die Produktpalette von 25.000 auf 70.000 Artikel erweitern. "Denn je breiter das Sortiment, desto besser ist die Marge", sagt der Konzernchef. Außerdem stünden die goldenen Jahre des Online-Handels erst noch bevor. Der Einzelhandel werde immer mehr an Boden verlieren und der Online-Handel im Gegenzug an Bedeutung gewinnen. Getgoods.de will sich in diesem Geschäft als A-Marke etablieren, der neben Handys und weißer Ware auch Spielzeug, Schulbedarf oder Gartenmöbel vertreiben will. Rockstädt-Mies persönlich wolle diesen Weg aktiv begleiten.

Spekulative Depotbeimischung

Auch MSH hat keine Stellungnahme zu den Gerüchten abgeben wollen. DER AKTIONÄR meint: Getgoods.de würde gut zur Metro-Tochter passen. Der Online-Händler wächst sehr rasant, ist unabhängig und das Management hält rund 74 Prozent der Anteile. Zudem ist die Aktie auf Basis der 2012er-Schätzungen mit einem KGV von unter 6 sehr günstig bewertet. Risikofreudige Anleger sollten auf dem aktuellen Niveau ein paar Stücke einsammeln, aber limitiert einsteigen.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thomas Brummer | 0 Kommentare

Getgoods-Chef hat die Schnauze voll

Markus Rockstädt-Mies sieht den Bekanntheitsgrad seines Unternehmens Getgoods auf dem Vormarsch. Der Manager erklärt wie die Margen gesteigert werden sollen. Außerdem räumt er mit dem Gerücht auf, wonach er Aktien des E-Commerce-Konzerns verkaufen würde. mehr