LVMH
- Werner Sperber - Redakteur

Gerresheimer und Air Berlin im Blick der Anleger; Börsenwelt Presseschau I

Platow Derivate setzt glasklar auf die Trends bei dem Spezialglas-Hersteller Gerresheimer. Die Prior Börse spricht ausschließlich Wagemutige an, die auch in ein abstürzendes Flugzeug einsteigen, in welchem gerade der Pilot ausgewechselt wird, und rät nur diesen Anlegern zum Einstieg bei Air Berlin. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.

Platow Derivate setzt glasklar auf die Trends bei dem Spezialglas-Hersteller Gerresheimer. Die Prior Börse spricht ausschließlich Wagemutige an, die auch in ein abstürzendes Flugzeug einsteigen, in welchem gerade der Pilot ausgewechselt wird, und rät nur diesen Anlegern zum Einstieg bei Air Berlin. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau (Aus gegebenem Anlass: Die folgenden Texte sind von den jeweils genannten Publikationen übernommen und üblicherweise Sinn wahrend gekürzt und verständlicher formuliert. Anmerkungen der Börsenwelt-Redaktion stehen ausschließlich in Klammern und sind mit dem Vorsatz in der Klammer "Anmerkung der Redaktion" gekennzeichnet. Eine Presseschau gibt Texte anderer Presseorgane wieder, ohne deren Sinn zu verändern.): Die Experten von Platow Derivate gehen zwar von einer bald einsetzenden Korrektur an den Aktienmärkten aus, doch da die Notierung von Gerresheimer ein eindeutiges, kurzfristiges Kaufsignal erzeugt hat, empfehlen sie risikobereiten Anlegern dennoch den Kauf des endlos laufenden Bull-Zertifikates (WKN HV7 UHP) der HypoVereinsbank auf Gerresheimer. Der Schein ist mit einem Basispreis bei 32,33 Euro, einer Totalverlust-Schwelle bei 34,40 Euro und einem Hebel von derzeit 6 ausgestattet. Der Stoppkurs sollte etwa bei 36,90 Euro für die Aktie gesetzt werden. Mit diesem Derivat soll auf die Fortsetzung des seit Ende Oktober 2012 begonnen kurzfristigen Aufwärtstrends spekuliert werden. Dieser kurzfristige Trend passt perfekt in das große Gesamtbild des Charts. Mit dem letzten Schub im mittelfristigen Aufwärtstrend stieg der Aktienkurs im Jahr 2012 von 32 auf 42 Euro. Nachdem der Vorstand bei der Vorstellung der Drittquartalszahlen Anfang Oktober 2012 den positiven Ausblick nur bestätigt hat, korrigierte die Notierung die Hälfte dieses Schubs. Das sollte ausreichen, um den Weg nach oben fortführen zu können. In diesem Jahr sind Hochkurse wahrscheinlich. Steigt die Notierung zum Schlusskurs zügig über die Marke von 38,15 Euro, läge ein erneutes Kaufsignal vor. Gerresheimer stellt Spezialverpackungen aus Plastik und Glas für die Pharma- und Drogeriebranche her. Zwar könnte der Vorstand die Anleger bei der Präsentation der Jahreszahlen 2012 im Februar mit einem gewohnt konservativen Ausblick erschrecken, doch ist die geschäftliche Lage des Unternehmens unverändert gut.

Änderungen im Musterdepot von Platow Derivate:

Im Musterportfolio sind die 155 Call-Optionsscheine (WKN DE8 7EJ) auf LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton mit einem Gewinn ausgestoppt worden. Die 650 Call-Optionsscheine (WKN UU0 U64) auf Fresenius und die 1.900 Bull-Zertifikate (WKN HV7 YZA) auf Gerry Weber International sind jeweils mit Verlust ausgestoppt worden. Zudem haben die Verantwortlichen ihre 2.350 Long-Zertifikate (WKN BP5 G9L) auf die GfK mit einem Plus ausgebucht. Dafür haben sie 1.800 Bull-Zertifikate (WKN HV7 UHP) auf Gerresheimer zu 0,69 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 0,45 Euro gesetzt sowie 250 Korridor-Optionsscheine (WKN DX4 SRR) auf das Währungspaar Euro/Dollar zu 2,32 Euro aufgenommen und bei 0,50 Euro abgesichert.


Die Prior Börse: Einsteigen, bitte, wir sind noch im Sturzflug    

 (Anmerkung der Redaktion: Die heutige Air Berlin PLC & Co. Luftverkehrs KG ist im Juli 1978 vom US-Amerikaner Kim Lundgren als Charterfluggesellschaft Air Berlin Inc. unter US-Zulassung (FAA) im US-Bundesstaat Oregon gegründet worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur deutschen Wiedervereinigung durften nur Flugzeuge der Siegermächte West-Berlin anfliegen. Der erste Flug der Gesellschaft ging am 28. April 1979 von Berlin nach Palma de Mallorca. Nach der deutschen Einheit verloren die Alliierten die Lufthoheit und Air Berlin wurde beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA) zugelassen. Am 16. April 1991 wurde die Rechtsform in Air Berlin GmbH & Co. Luftverkehrs KG geändert. Geschäftsführer Joachim Hunold machte aus der kleinen Charterfluggesellschaft die zweitgrößte Fluggesellschaft Deutschlands mit einem linienähnlichen Netzwerk. Zum 1. Januar 2006 änderte die Gesellschaft mit beschränkter Haftung die Unternehmensform erneut und wurde zu einer PLC & Co. KG, also einer Aktiengesellschaft nach britischem Recht. Der Börsengang war zunächst für den 5. Mai 2006 angesetzt. Dabei sollten 870 Millionen Euro erlöst werden. Am 4. Mai 2006 wurde der Börsengang jedoch ohne Begründung verschoben. Gerüchten zufolge war den Anlegern die Preisspanne von 15 bis 17,30 Euro zu hoch, so dass nicht genügend Stücke verkauft worden sind. Am 10. Mai 2006 wurde der Preis mit 12 Euro je Aktie bekanntgegeben. Air Berlin nahm nur 510 Millionen Euro ein. Die meisten Aktien hielt der Geschäftsführer der Air Berlin.)

Seit dem Börsengang hat Air Berlin Verluste geschrieben. Obwohl Anleger dem Konzern immer wieder Geld gegeben haben, hat sich die finanzielle Lage verschlimmert. Die Bilanz ist zum Gruseln. Zum 30. September 2012 belief sich die Schuldensumme auf 853 Millionen Euro und die Eigenkapitalquote auf bedenklich niedrige 7,8 Prozent. Zuletzt verhökerte der Vorstand das "Tafelsilber". Die Veräußerung des Vielfliegerprogramms Top-Bonus an den Großaktionär Etihad für 184 Millionen Euro ist ein Notverkauf. Ohne diesen Verkaufserlös wäre Air Berlin vielleicht schon Pleite. Die Experten der Prior Börse geben für diese Situation Joachim Hunold die Schuld, der durch zahlreiche Übernahmen die Fluglinie in eine immer bedrohlichere Schieflage gebracht hat. Sein Nachfolger als Vorstandsvorsitzender, der ehemalige Bahn-Vorstandsvorsitzende Hartmut Mehdorn, schaffte es in seinen 16 Monaten auf diesem Posten nicht, die Lage zu ändern. Mehdorn trat zurück. Seit vergangener Woche ist der Österreicher Wolfgang Prock-Schauer der neue Vorstandsvorsitzende. Er hat bereits bei mehreren angeschlagenen Fluggesellschaften Sanierungserfahrungen gemacht. Das von ihm vorgestellte Sanierungsprogramm trägt den Namen "Turbine". Dabei sollen 900 der derzeit 9.300 Stellen gestrichen werden. Der Rest der Angestellten soll auf fünf Prozent des Gehalts verzichten. Jedes zehnte von derzeit 158 (Anmerkung der Redaktion: mehrheitlich geleasten) Flugzeugen soll verkauft werden. In Zukunft soll wieder öfter nach Mallorca geflogen werden. In die Drehkreuze Berlin und Düsseldorf wird weiter investiert, während manche kleinere Flugplätze nicht mehr angeflogen werden. Insgesamt möchte Prock-Schauer 400 Millionen Euro einsparen. Die Anleger sind von dem neuen Vorstandsvorsitzenden begeistert; der Aktienkurs stieg seit dem Jahreswechsel um 28 Prozent. Die Erfahrung zeigt, marode Fluglinien können tatsächlich saniert werden. Da in der Branche jedoch hohe Kosten anfallen und der Wettbewerb intensiv ist, scheitern solche Sanierungsversuche auch. Derzeit sollten also lediglich sehr risikobereite Anleger einen kleinen Betrag in Aktien von Air Berlin investieren. Das Aufholpotential ist also gewaltig, die Risiken aber auch.

Änderung in einem Musterdepot der Prior Börse:

Die Verantwortlichen für das Trading-Musterportfolio haben ihren 1.000 Anteilen von Praktiker weitere 9.000 hinzugefügt und so den Misch-Einstandskurs für die nun 10.000 Aktien auf ebenfalls 1,49 Euro gesenkt.

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