- DER AKTIONÄR

General Motors plant Massenentlassungen

Der weltweit größte Automobilhersteller will bis 2008 insgesamt 25.000 Jobs abbauen und zudem Fabriken schließen. Die Gewerkschaft kritisiert die Pläne der Führungsriege.

Der weltweit größte Automobilhersteller will bis 2008 insgesamt 25.000 Jobs abbauen und zudem Fabriken schließen. Die Gewerkschaft kritisiert die Pläne der Führungsriege.

Von Martin Weiß

Mit den umfangreichen Sanierungsmaßnahmen will GM-Chef Rick Wagoner sein Unternehmen in die Erfolgsspur zurückzwingen. Wagonar musste im ersten Quartal mit ansehen, wie sich die Kunden immer häufiger für Modelle der - vornehmlich asiatischen - Konkurrenz entschieden. GMs Marktanteil sank in den ersten drei Monaten folgerichtig auf 25,4 Prozent von 27 Prozent im vergleichbaren Vorjahreszeitraum - trotz massiver Rabatte. Der schwache Geschäftsverlauf führte schließlich zu einem Quartalsverlust von 1,1 Milliarden Dollar und Gerüchten, das amerikanische Urgestein könnte in Schieflage geraten.

Jeder sechste Arbeitsplatz wird gestrichen

Der geplante Stellenabbau und die Schließung einiger Fabriken soll die Kosten bei GM um jährlich 2,5 Milliarden Dollar senken, sagte Wagoner den Investoren auf der Hauptversammlung in Delaware. Durch die Maßnahmen geht jeder sechste GM-Arbeitsplatz in Nordamerika verloren. Die Gewerkschaft (United Auto Workers, UAW) kritisierte die Pläne: "Wir sind nicht überzeugt, dass sich GM einfach aus der Krise schrumpfen kann", sagte ein Gewerkschaftsvertreter. Vielmehr müsse der Autobauer im Heimatmarkt zu alter Stärke zurückfinden und sich auf den Ausbau der Marktanteile konzentrieren.

Anleger nicht überzeugt

Die Börse reagierte auf die News uneinheitlich. Nachdem der Aktienkurs von GM in der Eröffnung um rund zwei Prozent auf 31,10 Dollar anzog, gab er bis Handelsende einen Großteil der Gewinne wieder ab und schloss bei 30,73 Dollar behauptet. Seit Erreichen des Tiefstkurses Mitte April haben die Papier schon wieder rund 25 Prozent an Wert gewonnen. Vom Allzeithoch bei knapp 95 Dollar ist GM allerdings meilenweit entfernt. Und es sieht derzeit nicht danach aus, dass die Aktien dieses Niveau in absehbarer Zeit auch nur annähernd wiedersehen werden.

Riesiger Schuldenberg

Neben der schlechten Geschäftsentwicklung leidet General Motors vor allem unter seiner immensen Schuldenlast. Die Detroiter schieben Kredite in Höhe von mehr als 300 Milliarden Dollar vor sich her, für die jedes Jahr Zinsen in Milliardenhöhe fällig werden. Zwar drohen dem Unternehmen keine unmittelbare Zahlungsschwierigkeiten - GM verfügt über Barreserven von knapp 40 Milliarden Dollar. Dennoch befürchten Experten, dass die Schuldenlast die Gesellschaft bei einer anhaltend schlechten Geschäftslage, schnell in Bedrängnis bringt. Die Ratingsagenturen haben auf die drohende Gefahr bereits reagiert und die Anleihen von GM auf "Junk"-Status gesenkt. GM ist weltweit einer der größten Emittenten von Unternehmensanleihen. Durch das niedrigere Rating verteuern sich für GM die Kreditkosten.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV