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- Maximilian Völkl

General Electric: Zu früh gefreut – die Hoffnung ist dahin

Die Aktie von General Electric hat sich zuletzt wieder von ihrer stärkeren Seite präsentiert. Doch der taumelnde Industriekonzern hat noch immer zahlreiche Herausforderungen zu meistern. Vor allem die kriselnde Kraftwerkssparte sorgt nach wie vor für Probleme. Die Hoffnung auf schnelle Besserung müssen Anleger begraben.

Bereits am Mittwoch erklärte GE-Finanzchef Jamie Miller, dass die Durststrecke bei den Kraftwerken weiter anhalten dürfte. „Wir erwarten, dass der Cash Flow auch in diesem Jahr deutlich negativ sein wird“, sagte er auf einer Investorenkonferenz von Goldman Sachs. Die neuen Aufträge im ersten Quartal seien kein Signal für eine Trendwende. Aufträge, die erst später im Jahr erwartet worden waren, seien vielmehr schon früher gekommen.

Zukunft weiter schwierig

Keine Auswirkungen erwartet Miller durch die Entwicklungen bei Siemens. Der DAX-Konzern will das Kraftwerksgeschäft abspalten und eigenständig an die Börse bringen. Trotz des großen Umbaus sind bei GE ähnliche Pläne bislang nicht bekannt.

Hoffnung setzt der US-Konzern weiter auf den Irak. Dort geht es um den milliardenschweren Aus- und Wiederaufbau der Energieversorgung. Siemens hat zuletzt bereits eine Vereinbarung mit der irakischen Regierung unterzeichnet. Miller sagte aber, es gebe im Irak für beide Unternehmen „beträchtlichen Spielraum“ für Aufträge.

Gewinne laufen lassen

DER AKTIONÄR hat mehrfach darauf hingewiesen, dass die Kraftwerkskrise nicht kurzfristiger Natur ist. Es sind vielmehr strukturelle Probleme, die für eine sinkende Nachfrage sorgen. Durch die Energiewende in vielen wichtigen Märkten werden immer weniger große Turbinen benötigt. Da GE kurz vor Beginn der Krise noch teuer die Sparte des Wettbewerbers Alstom übernommen hatte, leidet der Konzern besonders.

Doch GE hat weit mehr zu bieten als nur die Kraftwerke. Luftfahrt, Medizintechnik und Co haben hohe Werte. Die Chancen, die hier bestehen, überwiegen auf dem aktuellen Niveau die Risiken. Anleger lassen die Gewinne laufen. Die Aktie eignet sich aber nur für Mutige, denn die Altlasten, die schwache Bilanz und der Handelskrieg können auch immer wieder für negative Überraschungen und Kursrücksetzer sorgen.

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