Deutsche Post
- DER AKTIONÄR

Gelbes Allround-Talent

Die Deutsche Post befindet sich mit ihrer Logistiksparte auf der Erfolgsspur. Aber auch im Express- und Briefgeschäft sind die Bonner für die Zukunft gerüstet. Die Logistikbranche kann mit einem jährlichen Wachstum von fünf bis sechs Prozent rechnen.

Die Deutsche Post befindet sich mit ihrer Logistiksparte auf der Erfolgsspur. Aber auch im Express- und Briefgeschäft sind die Bonner für die Zukunft gerüstet.

Die Logistikbranche kann aufgrund der boomenden Märkte Asiens mit einem jährlichen Wachstum von fünf bis sechs Prozent rechnen. Von dieser Entwicklung möchte auch die Deutsche Post profitieren. Deshalb optimiert sie fortwährend ihr Portfolio im Ausland und ist dadurch zum weltgrößten Briefund Logistikanbieter aufgestiegen.

Die Fracht macht’s

Die aktuellen Quartalszahlen der Deutschen Post können sich sehen lassen. Der Umsatz des gelben Riesen legte im ersten Quartal 2006 um 40,7 Prozent auf 14,8 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Wachstumstreiber war vor allem die 5,6 Milliarden schwere Übernahme des Logistikunternehmens Exel im vergangenen Jahr. Die Briten erwirtschafteten mehr als die Hälfte des Umsatzplus der Post für das erste Quartal 2006. Aufgrund des guten Ergebnisses erhöhten die Bonner ihre Gesamtjahresprognose für den operativen Gewinn von 3,7 auf 3,9 Milliarden Euro. In den nächsten zwei Jahren rechnen Analysten im Schnitt mit einem EBIT-Wachstum von knapp 40 Prozent für den Frachtbereich der Post. Sie sehen hier die größten Zukunftschancen des Unternehmens, um sich am Weltmarkt weiter behaupten zu können.

Weitere Pluspunkte

Der Vorstand um Postchef Klaus Zumwinkel setzt aber nicht nur auf die Logistiksparte. Auch im traditionellen Geschäft haben die Bonner die Weichen für die Zukunft gestellt. Jüngster Coup ist der Einstieg in Japan, das den zweitgrößten Briefmarkt der Welt besitzt. Das jährliche Marktpotenzial soll bei sieben Milliarden Euro liegen. Als Zukunftsmarkt erweist sich auch das Expressgeschäft in China. Zumwinkel rechnet hier in den kommenden Jahren mit jährlichen Zuwachsraten von rund 40 Prozent. Auch wenn die Verluste in den USA diese Sparte des gelben Riesen noch belasten, schlagen sich die positiven Aussichten aus Asien in den Analystenprognosen nieder, die bis 2008 ein moderates durchschnittliches Umsatzwachstum von 7,5 Prozent im Konzernbereich Express erwarten. Allerdings ist auch die Haltefrist der Kreditanstalt für Wiederaufbau für ihren knapp 45-prozentigen Anteil kürzlich abgelaufen, was die Post-Aktie kurzfristig unter Druck setzen könnte. Dies könnte jedoch wiederum – ganz nach dem Vorbild Deutsche Telekom – den Einstieg eines oder mehrerer Finanzinvestoren begünstigen, dem gegenüber auch der Konzernvorstand nicht abgeneigt wäre. Aufgrund des im Branchenvergleich günstigen 2007er-KGVs von 10 dürften die „Heuschrecken“ ihre Fühler nach der Deutschen Post bereits ausgestreckt haben.

Kaufenswert

Die prognostizierten Zuwachsraten im Bereich Logistik und Express werden die Kassen der Deutschen Post klingeln lassen. Ein möglicher Einstieg eines Finanzinvestors könnte den Kurs der Post-Aktie beflügeln. Für langfristig orientierte Anleger ist das Papier eine sinnvolle Investition.

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