Wacker Chemie
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Gefahr für Wacker Chemie: Chinas Solarbranche kontert gegen Solarworld und Co

Chinas Solarhersteller reagieren auf die Attacken aus Europa und den USA. Siliziumspezialisten fordern Maßnahmen gegen Firmen wie Wacker Chemie. Auch der Konkurrenzdruck nimmt zu.

China kontert. Chinesische Polysilizium-Hersteller wie LDK PV Silicon oder China Silicon drängen auf eine Anti-Dumping-Untersuchung gegen europäische Hersteller. "Wie die deutsche, wird auch die chinesische Regierung von ihren heimischen Unternehmen zum Handeln gedrängt. In China leiden nicht wie in Deutschland die Zellen- und Modulhersteller, sondern nur die Polysilizium-Produzenten unter Importen", erklärt Solarexperte Wolfgang Hummel.

Gefahr für Wacker Chemie

Der Berliner sieht diese Entwicklung als Reaktion auf die Anti-Dumping-Beschwerde von Solarworld bei der EU-Kommission. "Bisher konnte man noch erwarten, dass von möglichen Gegenmaßnahmen der Chinesen vor allem der US-amerikanische Hersteller Hemlock und die koreanische OCI betroffen sein werden. Nun, nach der EU-Beschwerde, besteht die Gefahr, dass auch die Wacker Chemie AG Opfer möglicher Zölle wird."

Das waren zuletzt nicht die einzigen schlechten Nachrichten für den deutschen Siliziumhersteller. So hattte der Konkurrent GCL-Poly Energy unlängst angekündigt, die Produktionskosten weiter zu senken. Dies stelle das größte Risiko für Wacker Chemie dar, so die Analysten der Commerzbank in einem neuen Statement. Falls GCL die Preise weiter senke, könnte die Wettbewerbsposition von Wacker Chemie unter Druck geraten.

Problemkunde Suntech

Die Analysten von Cheuvreux hielten zuletzt zwar an ihrer Kaufempfehlung für Wacker Chemie fest, wiesen jedoch gleichzeitig auf die Suntech-Turbulenzen (siehe auch: "Absturz von Suntech") hin. Suntech sei ein großer Kunde von Wacker Chemie, was die Aktienentwicklung zunächst beeinflussen könne. Erste Zulieferer von Suntech würden bereits Lieferungen stoppen, um nicht von eventuellen Zahlungsschwierigkeiten der Chinesen überrascht zu werden. Wacker Chemie senkte bereits Ende Juli seine Umsatzprognose für 2012.

Aktie verkaufen

Die Aktie war "Short der Woche" in der AKTIONÄR-Ausgabe 31/2012. Zwar hat sich das Sentiment für Solaraktien seitdem verbessert. Doch Wacker Chemie kann davon noch nicht profitieren, die Aktie befindet sich weiterhin im charttechnischen Abwärtstrend. Mittlerweile droht das Papier sogar unter die wichtige 50-Euro-Marke zu rutschen.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Michael Schröder | 0 Kommentare

Wacker Chemie: Unterbewertet!

Eine Verzögerung im Versicherungsfall rund um das US-Werk Charleston hat den Gewinn von Wacker Chemie im vergangenen Jahr belastet. Dabei handelt es sich aber nur um eine zeitliche Verzögerung. Ansonsten liegt der Konzern im Plan. Die Aktie arbeitet weiter an ihrem Comeback. Für Fantasie sorgt vor … mehr