Geely
- Jochen Kauper - Redakteur

Geely: Ist die Rallye schon wieder vorbei?

Laut dem McKinsey Electric Vehicle Index ist der Markt für Elektroflitzer 2018 weltweit um 85 Prozent gewachsen. Erstmals sind mehr als fünf Millionen Elektroautos auf den Straßen unterwegs, fast die Hälfte davon in China. Im Reich der Mitte surren mittlerweile schon über 1,1 Millionen Elektroflitzer. Das Beispiel China zeigt, wie weit die Elektromobilität sein kann, wenn ein Land die Bedeutung erkennt, dafür politisch die richtigen Entscheidungen trifft und Türen für Autobauer und Zulieferer öffnet. Von der Entwicklung in China sollten Firmen wie Geely, BYD und Nio profitieren. Das beste Chance-Risiko-Verhältnis weist derzeit Geely auf.

Geely: 30 neue Stromer bis 2020
Bis 2020 soll das Produktportfolio von Geelys ehrgeizigem Chef Li Shufu zu 90 Prozent aus Autos mit reinem Elektroantrieb bestehen. 30 neue Stromer sollen bis dahin in den Markt gedrückt werden.
Vor kurzem stelle Geely seinen neue Elektroflitzer GE11 in Schanghai vor. Höchstgeschwindigkeit 150 km/h, 50 kWh Batterie von CATL, Reichweite zwischen 300 und 400 Kilometer, Preis umgerechnet rund 26.000 Euro.

Quelle: Geely

Mit dem zweiten vollelektrischen Auto will Geely neben China auch in Europa und in den USA angreifen. Ähnliche Pläne verfolgt Geely mit seiner jungen, stylischen Marke Lynk & Co.

Gute Deals unter Dach und Fach
Die Voraussetzungen für die anstehende Elektro-Offensive hat Geely bereits geschaffen. Vor Kurzem hat man ein Joint Venture mit dem Batteriezellenhersteller CATL geschlossen. Die Versorgung mit Zellen für das Herzstück eines jeden Elektroautos, der Batterie, sollte demnach gesichert sein. Li Shufu will vor allem den europäischen Herstellern mit seinen Elektroflitzern und Plug-in-Hybriden Marktanteile abjagen.
Die gesamte Produktpalette von Geely profitiert in erster Linie durch den Technologie-Transfer der Marken Volvo, Lotus oder The London Taxi.
Diese werden allerdings in der Geely-Holding bilanziert. Die Käufer der Geely-Aktie erwerben „nur“ das China-Geschäft mit den Marken Geely, Emgrand sowie Lynk & Co.

Autoabsatz in China
BYD ist in Sachen Elektroautoabsatz die Nummer 1. Geely folgt auf Rang 4. Mit 30 neuen E-Autos wird die Taktfrequenz allerdings stark erhöht.



Quelle: Bloomberg, BYD, NIO, Statista

Studien zufolge werden in China im Jahr 2023 fast 7 Millionen Elektroautos auf den Straßen ihre Runden drehen. Derzeit sind es etwa 1,1 Millionen E-Fahrzeuge.


Spannende Ausgangslage
Derzeit legt die Geely-Aktie nach der Aufholjagd eine Verschnaufpause ein. Eine Konsolidierung bis in den Bereich von umgerechent 1,45 bis 1,52 Euro ist durchaus drin. Im Anschluss sollte das Papier die wichtige 200-Tage-Linie in Angriff nehmen. Wird dieser Widerstand geknackt, lautet das nächste Ziel 2,00 Euro. Voraussetzung für dieses Szenario ist ein freundlicher Gesamtmarkt. Das langfristig positive Szenario bleibt intakt.

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