- DER AKTIONÄR

Geballte Kompetenz

Mit der Mobilcom Freenet AG entsteht der zweite Anbieter mobiler und festnetzbasierter Internetdienste in Deutschland. Eckhard Spoerr heißt der designierte Vorstandschef des neuen Unternehmens. An der Börse werden schon jetzt Vorschusslorbeeren verteilt.

Mit der Mobilcom Freenet AG entsteht der zweite Anbieter mobiler und festnetzbasierter Internetdienste in Deutschland. An der Börse werden schon jetzt Vorschusslorbeeren verteilt.

Von Steffen Eidam

Kaum haben sich die Vorstände der Freenet AG und der Mobilcom AG auf die Verschmelzung beider Gesellschaften geeinigt, schon feiert die Börse die beiden noch getrennt gelisteten Titel mit kräftigen Kursausschlägen. Vergangene Woche wurden die Eckdaten für die Verschmelzung beider Unternehmen festgelegt. Dabei konnte man sich auf das endgültige Umtauschverhältnis ebenso einigen wie auf die Besetzung des Chefpostens. In Kürze wird Freenet unter das Mobilcom-Dach eingegliedert.

Eckdaten verabschiedet

Die Vorstände von Freenet und Mobilcom haben in der vergangenen Woche die Weichen für die neue Gesellschaft gestellt.Vereinbart wurde, dass Freenet-Aktionären 1,15 Aktien der neuen Gesellschaft gewährt werden. Mobilcom-Anteilseigner erhalten für ihre Papier eine neue Aktie. Der Aufsichtsrat hat beschlossen, dass Eckhard Spoerr mit Wirkung vom 1. September 2005 das Amt des Vorstandsvorsitzenden von Mobilcom in Personalunion mit seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender der Freenet übernimmt. Die neue Gesellschaft wird ihren Sitz in Büdelsdorf, Schleswig-Holstein, haben.

Spoerr kommt, Grenz geht

Nachdem Freenet im Jahr 1999 - ähnlich wie im Fall T-Online/Deutsche Telekom - von der Mutter Mobilcom ausgegliedert wurde, war es Spoerr vorbehalten, Freenet erfolgreich an der Börse zu platzieren. Unter seiner Federführung wuchs Freenet zu einem hochprofitablen IT-Unternehmen. Auf das Unternehmen seien "wegen seiner Ertragsstärke und Wachstumschancen unsere besonderen Zukunftserwartungen gerichtet", machte der Aufsichtsratschef Dieter Vogel deutlich. Als Freenet-Chef beharrte Spoerr hartnäckig auf die Gleichstellung mit Mobilcom, was wiederum zu Meinungsverschiedenheiten mit Mobilcom-Chef Thorsten Grenz führte. Unterdessen wird weiter über die Gründe des Rückzugs von Grenz spekuliert. Fakt ist, dass er die Verschmelzung maßgeblich vorangetrieben hat. Presseberichten zufolge, hätte sich Grenz nicht mit dem Großaktionär Texas Pacific Group (TPG) über die Dividendenausschüttung einigen können.

Börse feiert beide Aktien

An der Börse findet die Verschmelzung der beiden Telekomkonzerne großen Applaus. Nachdem die Notierungen beider Titel bereits am Freitag deutliche Zugewinne feiern konnten, stehen die Papiere auch heute ganz oben auf der Gewinnerliste. Unterstützung kommt dabei von der Analystenseite. So behält die WestLB ihre "Outperformer"-Einstufungen und die Kursziele für Mobilcom (20 Euro) und Freenet (23 Euro) bei. Die Analysten erwarten, dass eine Zustimmung zur Fusion die Aktienkurse beider Unternehmen stützen wird. Daneben begrüßen sie die Ernennung von Spoerr zum Chef der fusionierten Gesellschaft, da Freenet der Wachstumsmotor der Gruppe sein würde.

Die Analysten von Smith Barney Citigroup stufen die Aktie von mobilcom unverändert mit "buy" ein und bestätigen das Kursziel von 23 Euro. Der Zusammenschluss sei für beide Aktien "exzellent". Die Fusion dürfte auf den jeweiligen Hauptversammlungen im August abgesegnet werden. Das Umtauschverhältnis erscheine fair, weshalb man keine Probleme erwarte. Auch die Analysten der DZ BANK raten zum Kauf der Mobilcom-Aktie.

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