Gazprom
- Thorsten Küfner - Redakteur

Gazprom vor wichtigem Schritt

Die EU steht einem Zeitungsbericht zufolge nach fünf Jahren kartellrechtlicher Untersuchung vor einer Einigung mit dem russischen Erdgaskonzern Gazprom. Die Europäische Kommission und Gazprom hätten laut der Financial Times technische Details ausgearbeitet, um die Untersuchung nun endlich zu beenden.

Es werde erwartet, dass sich EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager und Gazprom-Vizepräsident Alexander Medwedew in der laufenden Woche treffen. Dabei sollten sie sich möglicherweise auf einen Entwurf von Bedingungen einigen oder eine Annäherung signalisieren. "Dies könnte zumindest der Anfang vom Ende sein", zitiert die Zeitung eine mit dem Fall vertraute Person. Eine andere Person warnte aber, dass eine politische Intervention aus dem Kreml die Gespräche noch zum Scheitern bringen könnte. Die Beziehungen zwischen der EU und Russland sind derzeit aufgrund des politischen Konflikts wegen Syrien und Ukraine schwierig.

Geldstrafe könnte vermieden werden
Die Vereinbarungen sehen unter anderem vor, dass die staatlich kontrollierte Gazprom rechtlich verbindliche Zusagen zur Änderung ihrer Geschäftspraktiken geben soll. Im Gegenzug würde der russische Energiekonzern keine Geldstrafe auferlegt bekommen. Zudem enthalte der Entwurf einen relativ geringen Eingriff bei dem empfindlichsten und finanziell wichtiges Thema: Gazprom angeblichen Missbrauchs seiner marktbeherrschenden Stellung durch langfristige Verträge, die den Gaspreis an die Ölpreise binden. Dies wiederum könnte die osteuropäischen Staaten verärgern.

Die EU hatte 2012 mit einer Untersuchung der Geschäftspraktiken des Staatskonzerns in einigen Ländern der EU begonnen. Sie hatte Bedenken geäußert, dass Gazprom seine beherrschende Marktposition bei der Gasversorgung von EU-Staaten in Zentral- und Osteuropa missbraucht. Betroffen sind nach damaligen Angaben acht Länder, darunter Polen und die baltischen Staaten. Deutschland gehört demnach nicht dazu. Rund 25 Prozent des in der EU verbrauchten Gases kommt aus Russland.

Starke Nerven gefragt
Die Aktie von Gazprom bleibt indes aufgrund der politischen Risiken weiterhin ein heißes Eisen. Deshalb sollten nach wie vor ausnahmslos nur mutige Anleger bei den enorm günstig bewerteten Papieren zugreifen. Der Stoppkurs sollte bei 3,10 Euro belassen werden.

(Mit Material von dpa-AFX)

 


 

Börsengewinne mit System

Autor: Charles D. Kirkpatrick
ISBN: 9783864702167
Seiten: 192
Erscheinungsdatum: 03. November 2014
Verlag: Börsenbuchverlag
Art: gebunden
Verfügbarkeit: als Buch und als eBook erhältlich

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten finden Sie hier

Die alles entscheidende Frage an der Börse lautet: Wie kann ich Gewinn machen? Eine systematische, disziplinierte Herangehensweise ist schon die halbe Miete. Einer der erfahrensten US-Börsenprofis gibt Profi-Tradern und Privatanlegern wertvolle Tipps dazu.
In den knapp 50 Jahren, die sich Charles D. Kirkpatrick an den Märkten tummelt, hat er schon so gut wie alles gesehen. Dieser enorme Erfahrungsschatz ist in „Börsengewinne mit System“ eingeflossen. Durch ausgiebige Tests und Beobachtungen hat er die Indikatoren identifiziert, die am zuverlässigsten und lukra­tivsten sind. Kirkpatrick legt die Karten auf den Tisch und unterfüttert seine Ratschläge mit Daten und harten Fakten. Ob für das Daytrading oder die langfristige Kapitalanlage: Dieses Buch bietet eine komplette Handelsstrategie, die ohne großen Aufwand umzusetzen ist.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom: Kräftiger Rückenwind für die Aktie

Bei der lange Zeit gebeutelten Aktie des russischen Erdgasriesen Gazprom setzt sich die Erholung fort. Dabei helfen natürlich die anhaltend festen Ölpreise, die mittel- bis langfristig auch die Gaspreise positiv beeinflussen dürften. Darüber hinaus könnte eine sehr positive Analystenstudie für … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom: Das sind die Pläne für China

Der weltgrößte Erdgasproduzent Gazprom steht vor dem Markteintritt in China. Ab dem 20. Dezember 2019 soll erstmals Erdgas aus Sibirien in den Osten Chinas fließen, um die boomende Volkswirtschaft mit sauberer Energie zu versorgen. Anschließend soll Gazproms Marktanteil im Reich der Mitte stetig … mehr