Gazprom
- Thorsten Küfner - Redakteur

Gazprom: Schärfere US-Sanktionen sind … gut!

Der US-Kongress hat sich klar für verschärfte Russland-Sanktionen ausgesprochen. Stimmen noch der Senat und Präsident Trump zu, wird Gazproms Prestigeprojekt Nord Stream 2 stark gefährdet, da dadurch den westlichen Partnern für die Pipeline Strafen drohen. Doch in zumindest einem Punkt könnte dies für Gazprom sogar vorteilhaft sein.

So hat die US-Ratingagentur Fitch erklärt, dass ein Verzicht auf den Bau der zweiten Ostseepipeline für Gazprom kein Beinbruch wäre. Fitch-Abteilungsleiter Dimitri Marintschenko betonte: „Es ist paradox, aber eine Aufgabe der Pipelineprojekte könnte sich mäßig positiv auf die Finanzen des Unternehmens auswirken.“ Denn durch die geringeren Investitionen müsste Gazprom die Verbindlichkeiten nicht noch weiter erhöhen. Bereits Turkish Stream sowie vor allem die strategisch wichtigste Pipeline nach China sorgen für ein weiteres Absinken der Eigenkapitalquote, könnten die Bonität des Energieriesen verschlechtern und somit die Refinanzierungskosten erhöhen.

Ruhe bewahren
Da in der Gazprom-Aktie ohnehin nur Anleger mit einem starken Nervenkostüm investiert sein sollten, dürfte sie das ewige Hickhack um Nord Stream 2 nicht weiter belasten. Zumal der Bau dieser zweiten direkten Verbindung von Russland nach Deutschland zwar strategisch betrachtet durchaus sinnvoll ist, aber keinesfalls überlebensnotwendig für Gazprom. Wichtiger ist der Markteintritt in den stark wachsenden asiatischen Markt ab 2019. Konservative Anleger sollten indes weiterhin an der Seitenlinie verharren.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom: Ist das nicht zu viel?

Gazprom hat angekündigt, dass bei der anstehenden Reise von Konzernchef Alexej Miller nach China die Pläne für eine zweite Pipeline in das Land konkretisiert werden sollen. Diese zweite, westliche Route könnte langfristig aus strategischer Sicht durchaus sinnvoll sein, kurzfristig überwiegen aber … mehr
| Thorsten Küfner | 1 Kommentar

Gazprom: Das tut weh

Mit der Aktie des Erdgasriesen Gazprom geht es im heutigen Handel merklich bergab. Damit trübt sich auch das zuvor freundliche Chartbild wieder etwas ein. Der Hauptgrund für die schwache Performance des Kurses dürfte vor allem ein kritischer Analystenkommentar aus dem Hause Morgan Stanley sein. mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom: Wird die hohe Verschuldung zum Risiko?

Der weltgrößte Erdgasproduzent Gazprom hat ehrgeizige Pipelinepläne, um seine ohnehin schon enorme Marktmacht in Europa weiter auszubauen. Darüber hinaus will man noch in diesem Jahrzehnt erstmals auch China mit sibirischem Erdgas versorgen. Doch all diese Projekte sind teuer und verschlechtern die … mehr