Gazprom
- Thorsten Küfner - Redakteur

Gazprom: Jetzt ist es amtlich

Spätestens gestern war es absehbar, nun ist es offiziell: Im Streit um die Dominanz von Gazprom in Mittel- und Osteuropa droht die EU-Kommission dem Energieriesen mit einem Milliardenbußgeld. Die EU-Behörde sandte Gazprom nun in dem seit mehr als zwei Jahren laufenden Kartellverfahren die offiziellen Beschwerdepunkte zu.

Mit diesem Schritt erhöht Brüssel den Druck und droht mit einer EU-Kartellstrafe, die bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes betragen könnte. Die EU-Behörde wirft Gazprom vor, die mittel- und osteuropäischen Gasmärkte abgeschottet zu haben. Der Fall hat natürlich auch eine politische Dimension, da viele EU-Länder bei der Energieversorgung von russischem Gas abhängig sind und es in diesem Punkt Spannungen zwischen der EU und Russland gibt.

Wettbewerb soll behindert worden sein
Nach Ansicht der Kommission hat Gazprom in acht EU-Staaten - Bulgarien, Tschechien, Estland, Ungarn, Lettland, Litauen, Polen und Slowakei - den Wettbewerb auf den Märkten behindert. So hätten Großkunden erworbenes Erdgas nur zum Teil in andere Länder weiterverkaufen dürfen. Mit diesen Ausfuhrverboten habe Gazprom in fünf Ländern überhöhte Preise verlangen können. Zudem habe der russische Konzern seine Gaslieferung an Bulgarien und Polen von Investitionen in sein eigenes Pipelineprojekt abhängig gemacht. Gazprom hat nun zwölf Wochen Zeit, um Stellung zu nehmen.

Aktie bleibt ein heißes Eisen
Die Gazprom-Aktie bleibt nach wie vor ein heißes Eisen und daher für konservative Anleger eher ungeeignet. Mutige Anleger können hingegen wegen der enorm günstigen Bewertung weiter auf eine Neubewertung setzen. Der Stopp sollte bei 4,10 Euro belassen werden.
(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom: Das empfehlen nun die Analysten

Russische Aktien scheinen nach dem überraschenden – und für viele schockierenden – Wahlsieg von Donald Trump wieder en vogue zu werden. Denn nun rechnen die Marktteilnehmer mit einer weniger scharfen Politik gegenüber Russland als es unter Hillary Clinton der Fall gewesen wäre. Lohnt sich jetzt … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom: 4,1 Prozent Kursplus wegen Trump?

Die Aktie von Gazprom legt im heutigen Handel kräftig zu. Konkrete Unternehmensmeldungen des Erdgasriesen gab es nicht. Auch innerhalb der Branche gibt es heute keinerlei Grund für Euphorie. Allerdings präsentieren sich heute nahezu alle russischen Aktien in guter Verfassung – wohl wegen Donald … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom vor wichtigem Schritt

Die EU steht einem Zeitungsbericht zufolge nach fünf Jahren kartellrechtlicher Untersuchung vor einer Einigung mit dem russischen Erdgaskonzern Gazprom. Die Europäische Kommission und Gazprom hätten laut der Financial Times technische Details ausgearbeitet, um die Untersuchung nun endlich zu … mehr