Gazprom
- Werner Sperber - Redakteur

Gazprom: Hurra und Vorsicht

Die Fachleute von Platow Emerging Markets erinnern an die Zahlen von Gazprom für das vergangene Jahr, welche zu einem weiteren Aufwärtsschub für die Notierung des ADR geführt haben. Weil die Kunden des russischen Gasexport-Monopolisten ihre Rechnungen in Dollar bezahlen und der Wert des Russischen Rubels stark gesunken ist, ergab sich schon deshalb eine starke Gewinnsteigerung in Rubel. Zudem gab es einige Sondereffekte, die das Ergebnis verbesserten. Insgesamt verfünffachte sich der Gewinn deshalb auf 787 Milliarden Rubel (10,4 Milliarden Euro). Der Umsatz stieg um 8,6 Prozent auf 6,1 Billionen Rubel (80,8 Milliarden Euro), wobei die Ausfuhren von Gas besonders nach Europa und in die Türkei stark zugelegt haben. Die Dividende soll von 7,20 auf 7,40 Rubel je Aktie erhöht werden, wobei es noch mehr werden kann: Der russische Ministerpräsident Dmitry Medvedev hat angeordnet, staatliche und halbstaatliche Konzerne müssen die Hälfte des im vergangenen Jahr erwirtschafteten Gewinns als Dividende ausschütten, damit der Staat Geld in die leeren Kassen bekommt. Die Entscheidung darüber dürfte wohl am 19.Mai fallen. Bei Gazprom wäre dann eine prozentual zweistellige Dividendenrendite für die Aktie möglich. Charttechnisch ist zwischenzeitlich der Widerstand bei 4,50 Euro für den ADR überwunden worden, was ein Kaufsignal bedeutet hat. Allerdings beweist das Thema Dividende einmal mehr, Politiker nehmen einen starken Einfluss auf die Geschäfte von Gazprom. Zudem bemängeln Experten, das Unternehmen würde zu wenig für die notwendige Modernisierung der Infrastruktur ausgeben und auch ansonsten zu wenig investieren. Deshalb sollten weiterhin nur risikobereite und langfristig ausgerichtete Anleger einsteigen und den Stoppkurs weit genug entfernt bei 2,90 Euro setzen.

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