Gazprom
- Nikolas Kessler - Redakteur

Gazprom: Fristverlängerung im Streit mit der EU

Im Streit um unlautere Geschäftspraktiken in Osteuropa hat die EU-Kommission dem russischen Energieriesen Gazprom mehr Zeit eingeräumt, um sich zu den Vorwürfen zu äußern. Derweil hat das Unternehmen noch einmal bekräftigt, dass der russisch-ukrainische Gastransit-Vertrag nicht verlängert wird.

Die Brüsseler Behörde wirft Gazprom vor, in acht osteuropäischen Ländern die Gasmärkte abgeschottet und so die Preise hochgetrieben zu haben. Die Untersuchungen zu dem Fall laufen bereits seit 2012, seit dem Ausbruch der Ukraine-Krise hatten die Gespräche zwischenzeitlich allerdings auf Eis gelegen. Im April hatte die EU-Kommission ihre offizielle Beschwerde nach Moskau abgeschickt. Nach der sechswöchigen Fristverlängerung hat Gazprom nun bis September Zeit, um sich zu äußern. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, droht dem Unternehmen ein Bußgeld in Milliardenhöhe.

Angespanntes Verhältnis

Gleichzeitig hat der Fall auch eine politische Dimension, da zahlreiche EU-Länder von Gasimporten aus Russland abhängig sind. Dies hat in der Vergangenheit mehrfach zu Spannungen zwischen der EU und Russland geführt. Gazprom hat am Dienstag seine Pläne bekräftigt, ab 2019 kein Gas mehr durch die Ukraine in die EU zu pumpen. "Der russisch-ukrainische Gastransit-Vertrag wird nach dem Auslaufen 2019 nicht verlängert, ein neuer Vertrag ist nicht geplant", sagte Vizevorstandschef Alexander Medwedew in Moskau. Stattdessen setze man auf den Bau der Pipeline Turkish Stream, die durch das Schwarze Meer bis an die türkisch-griechische Grenze verlaufen soll.

 

Die Aktie von Gazprom bleibt wegen der extrem niedrigen Bewertung für mutige Anleger ein Kauf (Stopp: 4,10 Euro). Für konservative Anleger sind die Papiere allerdings weiterhin zu heiß.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom: Jetzt aussteigen?

Die Gazprom-Aktie fällt und fällt. Während andere Energietitel wie etwa Shell zuletzt im Zuge der Ölpreiserholung wieder deutlich Boden gut machen konnten, ist dies bei Gazprom aktuell in keinster Weise zu erkennen. Sollten Anleger nun die Reißleine ziehen und sich von den Anteilscheinen des … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Wichtiger Erfolg für Gazprom

Im Zuge des jüngsten Kursverfalls beim Ölpreis ging es auch mit der bereits zuvor charttechnisch angeschlagenen Aktie von Gazprom deutlich bergab. Im heutigen Handel erholen sich die Anteilscheine des weltgrößten Erdgasproduzenten allerdings wieder – es gibt gute Nachrichten für den russischen … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom: Das Ende der Talfahrt?

Die vergangenen Wochen waren für die Anteilseigner von Gazprom alles andere als erfreulich. Denn der Aktienkurs des weltgrößten Erdgasproduzenten ist zuletzt wieder deutlich unter Druck geraten und um fast 20 Prozent gesunken. Kommt es nun bald zur Trendwende oder setzt sich die Talfahrt weiter … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom: Aus der Traum?

Über viele Monate hinweg konnten sich die Aktionäre des russischen Erdgasriesen Gazprom durchaus berechtigte Hoffnungen auf eine zweistellige Dividendenrendite machen. Doch durch die jüngste Entwicklung scheint die Anhebung der Ausschüttungsquote von knapp 25 auf 50 Prozent auszufallen. Allerdings … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom: Dividendenerhöhung in Gefahr?

Es hatte sich bereits angedeutet: Die westlichen Partner für Gazprom beim Projekt Nord Stream 2 halten sich zurück, womit der Erdgasriese den Pipeline-Bau nun doch alleine finanzieren muss. Das ist zwar kein Beinbruch, könnte aber dafür sorgen, dass die erhoffte Dividendenanhebung erneut verschoben … mehr