Gazprom
- Marion Schlegel - Redakteurin

Gazprom: Die nächste Pipeline vor dem Aus

Turkish Stream liegt wegen des Streits zwischen Moskau und Ankara vorerst auf Eis. Die Verhandlungen über die geplante Gaspipeline von Russland durch das Schwarze Meer in die Türkei sind gestoppt, da die Arbeit der gemeinsamen Regierungskommission ausgesetzt worden ist, so der russische Energieminister Alexander Nowak laut der Agentur Tass.

Grund seien die vom Kreml gegen Ankara verhängten Sanktionen nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei. Gazprom-Chef Alexej Miller erklärte, der Ball liegt im Feld der Türkei. Falls Ankara Interesse an Turkish Stream habe, sollte die dortige Regierung ein Signal an Moskau senden. "Falls ein Vorschlag kommt, sehen wir ihn uns an", sagte er. Vor fast einem Jahr hatte Russland bereits den Bau der Pipeline South Stream beschlossen und wollte sich daraufhin stärker auf Turkish Stream konzentrieren.

Vorrang für Nord Stream
Turkish Stream soll vom russischen Küstenort Anapa über den europäischen Teil der Türkei bis nach Griechenland weitergebaut werden. Gazprom strich im Oktober die Pläne von vier auf zwei Stränge zusammen, die eine Kapazität von 32 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr haben. Als Grund für die Reduzierung nannte das Unternehmen den vereinbarten Ausbau der Ostseepipeline Nord Stream von Russland nach Deutschland. Gegen diese Pläne protestieren das für russisches Gas wichtige Transitland Ukraine und weitere osteuropäische Staaten.

Chart im Auge behalten!
Die Entscheidung ist eigentlich keine Überraschung mehr und wegen der Pipeline Nord Stream, die ebenfalls unter Umgehung der Ukraine Erdgas nach Westeuropa bringt, kein Beinbruch für Gazprom. Allerdings sieht mittlerweile das Kursbild der Aktie wieder besorgniserregend aus. Im Falle des Kursrückgangs unter die Marke von 4,00 Dollar drohen weitere Anschlussverkäufe.

Auch mutige Anleger sollten nun vorerst an der Seitenlinie verharren, zumal morgen im Zuge der OPEC-Sitzung weiterer Abgabedruck entstehen könnte. Konservative Anleger sollten ohnehin die Finger von der zwar extrem günstig bewerteten, aber eben sehr volatilen Aktie lassen.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Margin Call -
    Das spannende an Gazprom ist die extrem niedrige Bewertung auch im Vergleich zu anderen Ölaktien. Ölaktien sind eine Chance, in schon weit gelaufenen Märkten antizyklisch zu investieren, bei Gazprom kommt die politische Spannung hinzu. Glaubt man an eine Erholung des Ölpreises und ein Ende der Sanktionen innerhalb der nächsten 2-3 Jahre, hat Gazprom eine sehr, sehr spannende Perspektive.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom: Das wird teuer!

Gazprom muss die geplante Nord-Stream-2-Gaspipeline durch die Ostsee womöglich alleine bauen, also ohne die geplanten fünf westlichen Partner. Denn die Unternehmen ziehen ihre Anmeldung bei der polnischen Wettbewerbsbehörde zurück, wie  Gazprom, Engie (früher GDF Suez), OMV, Shell, Uniper und … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom: Wenig Rückenwind von Putin und Erdogan

Die Aktie von Gazprom konnte gestern und auch in frühen heutigen Handel nur leicht zulegen. Damit erfüllen sich die Hoffnungen einiger Anleger nicht, wonach die Anteile des Erdgasriesen von den Gesprächen der beiden Staatschefs Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan profitieren könnten. mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom: Jetzt nur keine Panik

In einem ohnehin eher trüben Marktumfeld geht es mit den Anteilscheinen des weltgrößten Erdgasproduzenten Gazprom steil bergab. Bereits nach kurzer Zeit verbilligten sich die Papiere um mehr als vier Prozent. Allerdings besteht für die Aktionäre des russischen Energieriesen kein Grund zur Panik. mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Gazprom kauft eigene Aktien – eine gute Idee…

Der weltgrößte Erdgasproduzent Gazprom hat sich zwei MIlliarden eigener Aktien, welche die staatliche Entwicklungsbank VEB verkaufen musste, einverleibt. Angesichts der jüngsten charttechnischen Entwicklung wäre es auch für mutige Anleger keine schlechte Idee, sich Anteilscheine von Gazprom zu … mehr