AIR PROD. CHEM. DL 1
- DER AKTIONÄR

Gashahn aufgedreht

Mit einer Geschwindigkeit von mehr als 200 Meilen pro Stunde raste Anfang September 2007 ein Ford mit Brennstoffzellentechnologie über die Salzwüste in Utah. In der Klasse der Rennfahrzeuge mit diesem Antrieb stellt das einen Rekord dar. Im Vergleich zum Space Shuttle wirkt die Beschleunigung dennoch lächerlich: Rund zwei Minuten nach dem Start steht die Tachonadel des Weltraumgleiters auf knapp 3.000 Meilen pro Stunde.

Der Industriegase-Konzern Air Products sorgt nicht nur in der Raumfahrt für ein hohes Tempo – auch beim eigenen Unternehmenswachstum gibt er mächtig Gas.

Mit einer Geschwindigkeit von mehr als 200 Meilen pro Stunde raste Anfang September 2007 ein Ford mit Brennstoffzellentechnologie über die Salzwüste in Utah. In der Klasse der Rennfahrzeuge mit diesem Antrieb stellt das einen Rekord dar. Im Vergleich zum Space Shuttle wirkt die Beschleunigung dennoch lächerlich: Rund zwei Minuten nach dem Start steht die Tachonadel des Weltraumgleiters auf knapp 3.000 Meilen pro Stunde. In beiden Fällen sorgte der US-Industriegase-Hersteller Air Products (APD) mit flüssigem Wasser- und Sauerstoff für den nötigen Vortrieb.

Breites Produktspektrum

Daneben produziert und vertreibt APD verschiedenste Gase für die Industrie sowie medizinische Anwendungen, technische Anlagen und chemische Erzeugnisse. Zum Kundenkreis zählt auch die Halbleiterindustrie, die für bestimmte Beschichtungsverfahren sowie weitere Anwendungen auf Produkte der Amerikaner zurückgreift. Erst vor Kurzem unterzeichnete Vorstandschef John P. Jones einen Langfristvertrag mit dem Speicherchiphersteller Hynix: APD wird in Korea eine sogenannte Luftscheideanlage errichten die mit Stickstoff arbeitet und im Auftrag der Koreaner betrieben wird.

Begeisterte Analysten

Nach einem hervorragenden dritten Quartal im laufenden Geschäftsjahr 2006/07 (zum 30. September) erhöhte Jones die Ergebnisprognosen für das Gesamtjahr auf bis zu 4,35 Dollar je Aktie. Noch zu Beginn des Jahres standen 3,98 Dollar auf der Agenda. Der Umsatz dürfte bis dahin erstmals die 10- Milliarden-Dollar-Grenze überschreiten und ebenfalls zweistellige Wachstumsraten aufweisen. Ein Grund für den Optimismus sind neue Produktionsanlagen im Bereich der Prozess- und Industriegasherstellung, welche die Kosten deutlich nach unten drücken. Daneben profitiert APD von einer weltweit erhöhten Nachfrage nach Industriegasen und Anwendungen für die Halbleiterindustrie.

Analystenliebling

Für Analysten ist die Air-Products- Aktie fast ausnahmslos ein Kauf. Zwar ist das Papier mit einem 2008er-KGV von 19 kein Schnäppchen mehr. Doch die schon seit Jahren zweistelligen Wachstumsraten des Gas-Giganten überzeugen. Zudem konnte APD die Prognosen der Experten in der Vergangenheit regelmäßig toppen – dieser Trend dürfte anhalten und weiterhin für steigende Kurse sorgen.

Kursziel bei Air Products: 85,00 Euro. Stopp: 54,50 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 40/2007.

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