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Ganz großer Sport

Der Sportartikelhersteller Adidas hat im ersten Quartal den Gewinn deutlich gesteigert und dabei die Erwartungen der Analysten übertroffen. Auch der Ausblick verheißt nur Gutes. Nur wenige Stunden später verkünden die Herzogenauracher den Verkauf ihrer Tochter Salomon.

Der Sportartikelhersteller Adidas hat im ersten Quartal den Gewinn deutlich gesteigert und dabei die Erwartungen der Analysten übertroffen. Nur wenige Stunden später verkünden die Herzogenauracher den Verkauf ihrer Tochter Salomon.

Von Steffen Eidam

Waren es am Morgen noch die glänzenden Zahlen, die für große Freude unter den Marktteilnehmern sorgten, so dominiert gegen Mittag nur eine Meldung den Markt: Europas größter Sportartikelkonzern adidas-Salomon trennt sich von seiner französischen Tochter Salomon. Das Unternehmen mit Sitz in Herzogenaurach hat in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres seinen Überschuss um 46 Prozent auf 105 Millionen Euro gesteigert und konnte den Analystenkonsens (96,2 Millionen Euro) somit deutlich überbieten. Der Betriebsgewinn erhöhte sich um 27 Prozent auf 179 Millionen Euro, der Umsatz kletterte um zehn Prozent auf 1,778 (Prognose: 1,709) Milliarden Euro.

adidas verkauft Salomon

Europas größter Sportartikelhersteller verkauft für rund 485 Millionen Euro seine französische Tochter Salomon. Der Bereich Salomon werde einschließlich der Tochtergesellschaften an die Amer Sports Corporation verkauft. Wie Konzernchef Herbert Hainer mitteilte, war Salomon bislang "ein bedeutendes Mitglied". Nun möchte man sich jedoch wieder mehr auf die Kernkompetenz in den Bereichen Sportschuhe und Bekleidung sowie auf die wachsende Golfkategorie konzentrieren. Die kriselnde Tochter - Umsatz: 653 Millionen Euro bei einem Betriebsergebnis von neun Millionen Euro - gehört seit acht Jahren zu adidas. Käufer von Salomon ist das finnische Unternehmen Amer Sports mit bekannten Marken wie Wilson (Schläger), Atomic (Wintersportausrüstung). Wegen des Verkaufs will das fränkische Traditionsunternehmen seinen Namen ab dem kommenden Jahr in adidas AG ändern. Der Verkauf bedarf noch der Zustimmung der Kartellbehörden in der EU, den USA und einzelnen anderen Ländern. Bis Ende September 2005 soll die Transaktion abgeschlossen sein.

Optimistischer Blick nach vorn

Gut gelaunt teilte Konzernlenker Herbert Hainer mit: "Wir liegen 2005 gut im Rennen." Der Gewinn werde "am oberen Ende" der angestrebten Wachstumsspanne von zehn bis 15 Prozent ausfallen. Dabei dürfen sich die Herzogenauracher über sechs Prozent mehr Aufträge freuen (im Vorjahresvergleich). "Mit dem höchsten Auftragsbestand in Nordamerika (+3 Prozent) seit über zwei Jahren und zweistelligem Wachstum (+26 Prozent) der Auftragsbestände in Asien im 15. Quartal in Folge ist unsere Position in zwei der wichtigsten Wachstumsmärkte stärker als je zuvor", sagte Hainer. Lediglich in Europa ging der Auftragsbestand um ein Prozent zurück. Bereits in der Vorwoche hat Konkurrent Puma über rückläufige Aufträge in Europa berichtet. Allerdings fiel der Einbruch bei der deutschen Nummer Zwei mit 5,5 Prozent deutlich heftiger aus als bei adidas.

Analysten fast euphorisch

Als "exzellent" bezeichnen die Experten von equinet die aktuellen adidas-daten. Da die Prognosen deutlich übertroffen wurden, lautet das Urteil weiter auf "Buy" mit einem Kursziel von 140 Euro. Ein anderer Börsianer sagte am Morgen: "Die Daten liegen durch die Bank über unseren Prognosen". So hätten Überschuss, Betriebsgewinn, Umsatz und Rohertragsmarge von Europas größtem Sportartikelkonzern die Erwartungen übertroffen. Auch der Ausblick stimme positiv. Ein weiterer Analyst sprach von einem "hervorragenden Start in das neue Geschäftsjahr". Die Zahlen für das erste Quartal seien "fantastisch".

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