- DER AKTIONÄR

Gamesa - Frischer Wind

Mit oder ohne Don Quichotte: Spanien steht im Zeichen der Windräder. Die Aktie von Gamesa, einem Hersteller von Windturbinen, profitierte jüngst von Übernahmegerüchten.

Mit oder ohne Don Quichotte: Spanien steht im Zeichen der Windräder. Die Aktie von Gamesa, einem Hersteller von Windturbinen, profitierte jüngst von Übernahmegerüchten.

Von Anja Weingran

Konstant hohe Ölpreise und nicht zuletzt die Auflagen aus dem Kyoto-Protokoll, die weltweite Treibhausgasemission bis spätestens 2012 um mindestens fünf Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu senken, machen Anbieter regenerativer Energien für Anleger zunehmend interessanter. Dabei rückt auch die Windkraft immer stärker in den Vordergrund.

Sonnige Aussichten

Mit einem Weltmarktanteil von 18,1 Prozent ist die spanische Gamesa die Nummer zwei im internationalen Windparkgeschäft. Auf dem Heimatmarkt gibt man mit einem 63-prozentigen Anteil den Ton an. Eine günstige Bewertung - das KGV für 2006 liegt bei 13 - und ein starkes Wachstumspotenzial machen Gamesa zu einem heißen Übernahmekandidaten. Laut Marktspekulationen haben die derzeit äußerst liquiden Privat-Equity-Häuser ein Auge auf Gamesa geworfen.

Innerhalb der ersten sechs Monate steigerte Gamesa den Umsatz um 22 Prozent auf 929 Millionen Euro, der Gewinn legte um 14 Prozent auf 71 Millionen Euro zu. Trotz eines möglichen Gewinnrückgangs im laufenden Jahr sind Marktexperten für die weitere Unternehmensentwicklung positiv gestimmt - für das Analystenhaus Merrill Lynch ist der Wert ein klarer Kauf. Die zu erwartenden Einbußen gehen auf das Konto der verlustreichen Flugzeugkomponenten-Sparte, die Gamesa zum Verkauf gestellt hat. Ab 2006 will Unternehmens-Chef Juan Ignacio Lopez Gandasegui ein jährliches Wachstum von zehn Prozent erreichen.

Erfolgreiche Expansion

Der Umsatzanteil des Auslandsgeschäftes soll sich bis 2008 von derzeit 27 auf 40 bis 50 Prozent verbessern. Ein Ziel, das angesichts der guten internationalen Präsenz von Gamesa auch erreicht werden sollte. Bisher ist man in 14 Ländern aktiv, hat sich auf den Wachstumsmärkten Indien, China und Australien einen Namen gemacht.

Die künftige Expansion von Gamesa wird unter anderem auch im Zeichen der Erschließung neuer Geschäftsfelder stehen. Für den Eintritt in das Offshore-Geschäft hat man zusammen mit Capital Energy ein Joint Venture gegründet. Derzeit hält Gamesa 35 Prozent an dem Unternehmen, laut einer Option kann der Anteil jedoch für 1,5 Millionen Euro auf 70 Prozent erhöht werden.

Voller Potenzial

Die jüngsten Kursgewinne der Gamesa-Aktie gehen auf das Konto von Übernahmespekulationen. Doch auch ohne sie steckt der Wert voller Potenzial. Das Unternehmen ist kerngesund, eine stabile Auftragslage, die Expansion in weitere Wachstumsmärkte und nicht zuletzt die international hervorragende Positionierung machen Gamesa interessant. Aufgrund der günstigen Bewertung ist die Gamesa-Aktie zudem nicht zu teuer. Ein Kursgewinn von 40 Prozent innerhalb der nächsten zwölf Monate sollte durchaus realisierbar sein.

 

Gamesa

 

ISIN ES0143416115
Kurs am 02.09.2005 12,80€
Empfehlungskurs 12,38€
Ziel 17,50€
Stopp 10,80€
KGV 06e 13
Chance/Risiko 4/3

 

Artikel aus DER AKTIONÄR (36/05).

 

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