Gagfah
- Thomas Bergmann - Redakteur

GAGFAH: Richtiger Zeitpunkt für Einstieg?

Die GAGFAH-Aktie hat sich seit Jahresbeginn mehr als halbiert. Das Unternehmen notiert inzwischen deutlich unter seinem Substanzwert. Ist der Immobilienkonzern jetzt schon ein Kauf?

Der Kurs von GAGFAH ist in den letzten Monaten brutal abgestürzt. Zunächst wurde die Dividende gekappt, dann rollte eine Klagewelle der Stadt Dresden auf den Immobilienkonzern. Den Rest erledigte der schwache Gesamtmarkt sowie der Halbjahresbericht des Unternehmens.

Mittlerweile notiert das Papier bei knapp 3,90 Euro - so tief wie seit dem Frühjahr 2009 nicht mehr. Im Vergleich zum Substanzwert, dem sogenannten Net Asset Value (NAV), der auf mehr als zwölf Euro taxiert wird, ist dies lächerlich wenig. Vor diesem Hintergrund müsste man die Aktie doch blind kaufen können?

Vertrauen verspielt

Das Problem bei GAGFAH ist, dass das Vertrauen der Anleger in den Immobilienkonzern erst wieder von Null auf aufgebaut werden muss. Gegen den Vorstand wird wegen Insiderhandel ermittelt, über dem Unternehmen schwebt das Damoklesschwert einer milliardenschweren Klage, die Dividende wurde komplett gestrichen.

Auch das operative Geschäft läuft nicht rund. Die aus dem operativen Geschäft erzielten Finanzmittel (Funds from Operations) gingen in den ersten sechs Monaten 2011 gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent auf 31,4 Millionen Euro zurück. Wegen Abscheibungen auf Immobilien verfehlte der Konzern die Gewinnprognose der Analysten deutlich: Unter dem Strich blieb ein Verlust von 20 Millionen Euro. Erwartet wurde ein Gewinn.

Dies alles erklärt den derzeit hohen Abschlag auf den NAV von 12,12 Euro. Die Frage ist nun, ob sich der Kurs dem NAV nähert oder der NAV dem Kurs. Positiv zu bemerken ist, dass GAGFAH stetig Immobilien, die nicht zum Kerngeschäft gehören und minderer Qualität sind, verkauft. Außerdem wird mehr Geld in den Bestand investiert (+41 Prozent im ersten Halbjahr).

Erste Position

GAGFAH hat zwar einen schlechten Ruf bei den Anlegern, doch ist der Kurs mittlerweile an einem Punkt angekommen, bei dem durchaus erste Käufe getätigt werden können. Der immens hohe Abschlag auf den Net Asset Value bietet einen Sicherheitspuffer, der auch gegen einen sehr schlechten Ausgang im Rechtsstreit mit der Stadt Dresden schützen sollte. Das Kursziel für die nächsten drei Monate lautet auf 4,80 Euro.

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