Thielert AG
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Der finanziell stark angeschlagene Flugzeugmotorenhersteller Thielert steht vor dem Aus. Der Vorstand wurde wegen des Vorwurfs der Falschbilanzierung fristlos entlassen – nun drehen auch die Aktionäre den Geldhahn endgültig zu.

Wie Thielert im Rahmen einer Adhoc-Mitteilung bekannt gab, wurden sowohl der Unternehmensgründer Frank Thielert als auch die Finanzchefin Roswitha Grosser „aus wichtigem Grund“ fristlos entlassen. Hierbei beruft sich der Aufsichtsrat unter anderem auf Informationen des Landeskriminalamts Hamburg im Rahmen laufender Ermittlungsverfahren gegen die Thielert-Vorstände: „Es ist davon auszugehen, dass die Jahresabschlüsse 2003 bis 2005 der Gesellschaft wahrscheinlich fehlerhaft und möglicherweise nichtig sind“, heißt es in der Pflichtmitteilung weiter. Aufgrund dessen haben nun auch die Aktionäre, die der Thielert AG noch vor wenigen Tagen ihre Unterstützung bei der Umsetzung des geplanten Sanierungskonzepts zugesagt hatten, der Gesellschaft den Rücken gekehrt. „Das Maßnahmenpaket zur Behebung der Liquiditätskrise ... kann deshalb nicht im geplanten Umfang durchgeführt werden.“
Die Unternehmensmeldung kommt einem Abgesang auf das Unternehmen gleich. In den kommenden zwölf Monaten benötigt Thielert mindestens 20 Millionen Euro, um den Fortbestand zu sichern. Kaum ein Anleger glaubt noch daran, dass dieses Geld zeitnah aufgetrieben wird: Die Thielert-Aktie befindet sich seit Tagen im Sturzflug und ist nun endgültig zum Zockerpapier mutiert. Alleine heute beträgt der Kursabschlag mehr als 70 Prozent (0,60 Euro).

Fazit: Weiterhin Finger weg!

DER AKTIONÄR hatte in den vergangenen Monaten mehrfach zum Verkauf der Thielert-Aktie geraten und diese Empfehlung noch einmal in Ausgabe 12/08 bekräftigt. Angesichts der aktuellen Entwicklung sollten Anleger nach wie vor einen weiten Bogen um die Aktie machen.

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