DIGNITY PLC LS -,09
- DER AKTIONÄR

Für die Ewigkeit

Sorgen um fehlende Aufträge muss sich Dignity wahrscheinlich nie machen. Auch wenn für einige etwas befremdlich, aber gestorben wird schließlich immer und Dignity ist das zweitgrößte Bestattungsunternehmen in Großbritannien. Seit dem Börsengang im Jahr 2004 weist der Wert ein Kursplus von 26 Prozent auf und hat damit die ehemaligen Skeptiker eines Besseren belehrt.

Dignity ist ein Exot an der Londoner Börse: Das Unternehmen verdient sein Geld mit Bestattungen – und das richtig gut.

Sorgen um fehlende Aufträge muss sich Dignity wahrscheinlich nie machen. Auch wenn für einige etwas befremdlich, aber gestorben wird schließlich immer und Dignity ist das zweitgrößte Bestattungsunternehmen in Großbritannien. Seit dem Börsengang im Jahr 2004 weist der Wert ein Kursplus von 26 Prozent auf und hat damit die ehemaligen Skeptiker eines Besseren belehrt. Dignity war zum Zeitpunkt des IPOs hoch verschuldet. Im vergangenen Jahr konnte die Verschuldung auf 117 Millionen Euro abgebaut werden – wohlgemerkt bei einem Cash-Bestand von 52,9 Millionen Euro. Und obwohl die Mortalitätsrate auf der Insel mit knapp 600.000 Todesfällen im Jahr auf konstantem Niveau verharrt, kann das Unternehmen seine Umsätze und Gewinne fortwährend steigern.

Das richtige Geschäftsmodell

Der britische Bestattungsmarkt wird noch weitgehend von unabhängigen Familienbetrieben dominiert – für Dignity perfekte Übernahmekandidaten. Im vergangenen Geschäftsjahr hat man insgesamt zehn Bestatter gekauft. Unrentable Häuser wurden geschlossen oder mit anderen zusammengelegt. Wer bei seiner Beerdigung nichts dem Zufall überlassen möchte, kann diese bereits zu Lebzeiten mit Dignity planen. Allein 2005 gaben über 180.000 Menschen ihre eigene Bestattung bei dem Unternehmen in Auftrag, 2004 waren es 170.000. Unterstützung erfährt Dignity dabei durch die Kooperation mit Versicherern wie Axa oder Royal London, die entsprechende Fonds anbieten.

Marktführer Dignity

Dignity verdient den Löwenanteil mit Erdbestattungen. Im vergangenen Jahr richtete man 67.000 Beerdigungen aus und erreichte damit einen stattlichen Marktanteil von knapp zwölf Prozent. Mit seinen 519 Bestattungsinstituten setzte Dignity 167 Millionen Euro um, nach 159 Millionen im Vorjahr. Der operative Gewinn verbesserte sich um 9,4 Prozent auf 54,4 Millionen Euro. Absolute Nummer 1 auf der Insel ist Dignity mit einem Marktanteil von sieben Prozent im Geschäftsbereich Feuerbestattungen, die 2005 bei einem operativen Gewinn von 17,4 Millionen Euro für einen Umsatz von 32,9 Millionen Euro sorgten.

Guter Einstiegszeitpunkt

Die Dignity-Aktie ist nichts für Anleger, die auf hohe Wachstumsraten spekulieren. Vielmehr bieten die Briten ein sicheres Geschäftsmodell, das für die kommenden Jahre solide Umsätze und Gewinne verspricht. Letzte Zweifler sollten einen Blick auf den Chart werfen: Die Aktie ist im vergangenen Monat aus ihrer Seitwärtsrange ausgebrochen und kann nach einem kurzen Rücksetzer nun aufgesammelt werden.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 33/2006.

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