Amazon
- Benedikt Kaufmann

Für Amazon geht es spielerisch nach oben

Kaum ein Konzern ist derart expansionshungrig wie Amazon. Der E-Commerce-Gigant investiert gerne in neue Wachstumsmärkte. Viele kennen AWS, Supermärkte oder Prime-Video – doch kennen sie Amazon Game Studios?

Es wundert nicht, dass Amazon in den Videospiel-Markt investiert, denn der Markt dürfte über die Jahre 2016 bis 2020 mit durchschnittlich sechs Prozent wachsen. Und wenn Amazon tatsächlich zu einem wahren Entertainment-Imperium werden will, kommt der Konzern nicht an Videospielen vorbei.

Das Ökosystem, das Amazon in diesem Bereich bereits aufgebaut hat, ist beeindruckend:

Amazon Game Studios ist der hauseigene Spieleentwickler. Aktuell wird an drei Spielen gearbeitet: Breakaway, New World und Crucibel. Während es zu den letztgenannten Spielen kaum Ankündigungen gibt, ist Beakaway schon in der Alpha-Version spielbar.

Lumberyard ist eine freie 3D-Engine für Entwickler. Die Entwicklungsplattform ist darauf ausgelegt die Infrastruktur der AWS-Cloud zu nutzen. Eines der aussichtsreichsten und heißerwartetsten Spiele – Star Citizen – nutzt beispielsweise die Engine.

Doch nicht nur um die Entwicklerseite kümmert sich Amazon – auch die Spieler werden einbezogen: Die Streaming-Plattform Twitch.tv gehört ebenfalls zu Amazons Gaming-Ökosystem. Auf Twitch.tv sehen sich monatlich 100 Millionen Nutzer Live-Mitschnitte von Computerspielern an. Auf der anderen Seite stehen 1,7 Millionen Hobby- oder Profi-Streamer.

Top-Aussichten: auf Chance warten

Noch nutzen wenige Spiele die Lumberyard-Engine, noch werden keine Amazon-Spiele verkauft, noch steht Twitch.tv an den Anfängen der Monetarisierung. Doch Amazon investiert Millionen und scheut nicht vor hohen Verlusten zurück, um Wachstum in neuen Märkten zu erzielen. Andere große Player der Branche wie Activision Blizzard und Electronic Arts sollten Acht geben. Denn insbesondere mit Twitch.tv besitzt Amazon eine „Cross-Marketing-Waffe“, die es nicht zu unterschätzen gilt.

Während Amazon fleißig in das neue Geschäftsfeld investiert, sollten Anleger aktuell Abstand von Amazon halten. Seit der Veröffentlichung der schwachen Q2-Zahlen verzeichnete die Aktie Verluste von über neun Prozent. Nach den Zahlen empfahl DER AKTIONÄR einen Teil der Gewinne zu realisieren. Langfristig ist die scheinbar endlose Wachstumsstory von Amazon jedoch intakt. Anleger behalten Geduld und warten auf ein Signal zum reinvestieren.

 

 

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