Fresenius Medical Care
- André Fischer - Redakteur

Fresenius Medical Care: Rauer Wind in Sicht

Fresenius Medical Care

Fresenius Medical Care weht ein rauer Wind entgegen. Der Dialyse-Konzern musste erst Mitte Oktober die Prognose für das laufende Jahr nach unten korrigieren, woraufhin der Titel massiv nach unten abkippte. Zuletzt konnten die Bad Homburger jedoch wieder einen Erfolg verzeichnen. So ist ein Bürgerbegehren zur Dialyse-Versorgung im US-Bundesstaat Kalifornien mehrheitlich abgelehnt worden.

Wäre der Antrag mit den Änderungen zur Vergütung von Nierenwäschebehandlung angenommen worden, wäre die Erstattung auf ein Niveau gesenkt worden, dass deutlich unter den anfallenden Kosten liegt. Das Unternehmen hätte in diesem Szenario wahrscheinlich Kliniken schließen müssen.

Das Bürgerbegehren war auf Betreiben der Gewerkschaft Service Employees International Union auf den Weg gebracht worden. Sie wollte die Marge der Dialyseanbieter bei 15 Prozent gekappt sehen.

Druck an allen Fronten

Dennoch bleibt ein bitterer Nachgeschmack. So musste Fresenius Medical Care viel Geld für eine Imagekampagne in die Hand nehmen. Zudem hat sich das Dialyse-Geschäft im wichtigsten Markt Nordamerika zuletzt merklich eingetrübt. Nicht gut läuft es darüber hinaus in diversen Schwellenländern (etwa in Argentinien).

Ein weiterer Wermutstropfen: Der Dialyse-Konzern wird zusätzlich von Rückstellungen für Vergleichsverhandlungen mit der US-Regierung belastet. Diese wurden wegen fragwürdiger Geschäftsvorgänge gebildet, die bereits im Jahr 2012 gemeldet worden waren. Ein weiteres Manko sind die hohen Firmenwerte in der Bilanz, weshalb Fresenius Medical Care in Zukunft mit überraschenden außerplanmäßigen Abschreibungen aufwarten könnte.

Risikofaktor Trump

Ebenfalls negativ zu werten: Donald Trump hatte zuletzt wiederholt die hohen Medikamentenpreise der im US-Markt agierenden internationalen Pharmakonzerne moniert. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass die Pharmamultis in naher Zukunft mit einer restriktiveren Regulierung konfrontiert werden. In diesem Zusammenhang könnten auch Dialyse-Therapien in den Fokus des US-Präsidenten geraten.

            

Kauf der Aktie drängt sich nicht auf

Im Zuge des Kurseinbruchs infolge der Gewinnwarnung rutschte der Titel durch mehrere wichtige Auffanglinien. Zudem wartet zwischen 80 und 93/94 Euro ein massives Widerstandsnest, welches äußerst schwer zu überwinden ist. Da sich auch die fundamentalen Aussichten deutlich eingetrübt haben, sollten vorsichtige Anleger von einem Kauf der Aktie absehen.

 

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| Jonas Lerch | 0 Kommentare

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