Fresenius
- Matthias J. Kapfer - Werkstudent

Fresenius: Das sagen die Analysten

Nachdem der Medizinkonzern Fresenius durch die Gewinnwarnung seiner Tochtergesellschaft Fresenius Medical Care (FMC) mit in die Tiefe gerissen worden ist, scheint die Aktie nun die Abwärtsbewegung vorerst gestoppt zu haben. Die neuesten Analysteneinschätzungen sehen trotz des heftigen Kursabschlages durchaus Aufwärtspotenzial.

„Erhebliches Kurspotenzial“

Gunnar Romer, Analyst bei der Deutschen Bank, hat in seiner neuesten Einschätzung die Empfehlung auf „Buy“ belassen. Das Kursziel senkte der Analyst von 85 Euro auf 75 Euro. Romer betonte in seinen Ausführungen, dass das Kurspotenzial der Aktie dennoch erheblich sei, gerade vor dem Hintergrund des Kursturzes Mitte Oktober. Der dürfte mittelfristig weiterhin ein attraktives Wachstum bieten, so der Experte abschließend.

Etwas deutlicher senkte das Kursziel der Analyst Oliver Reinberg vom Analysehaus Kepler Cheuvreux. Die Einstufung lautet weiterhin „Buy“ mit einem herabgestuften Kursziel von 82 Euro auf 65 Euro. Reinberg senkte außerdem seine Ergebnisschätzungen bis zum Jahr 2020 um bis zu elf Prozent. Der Experte geht davon aus, dass der Medizinkonzern im Februar 2019 geringeres Wachstum signalisieren und damit die für 2020 gesetzten Ziele nicht erreichten wird.

Dennoch hält Reinberg die Fresenius-Aktie angesichts des aktuellen Niveaus für attraktiv bewertet – und das gerade im Hinblick auf das derzeitig schwierige Aktienmarktumfeld.

„Risiken eingepreist“

Die Schweizer Credit Suisse hat den Medizinkonzern mit einem Kursziel von 58 Euro sowie der Empfehlung „Neutral“ wieder in die Bewertung mit einbezogen. Analyst Christoph Gretler hat wegen des Margendrucks auf die Helios-Kliniken in Deutschland seine Gewinnschätzungen je Aktie bis 2020 gesenkt. Die Schätzungen liegen nun unter den durchschnittlichen Erwartungen am Markt. Die Risiken seien aber nach dem Kurseinbruch um mehr als 20 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten weitgehend eingepreist.

Abwarten

In den vergangenen Jahren bewiesen sich die Papiere der Muttergesellschaft Fresenius immer als bessere Wahl am Kapitalmarkt. Seitdem die Tochter Fresenius Medical Care (FMC) mit einer Gewinnwarnung Mitte Oktober die Anleger verschreckt hat, befinden sich beide Aktien, sowohl der Mutter- als auch Tochtergesellschaft auf einem historisch niedrigen Niveau. Zuletzt waren beide Aktien im Jahr 2015 mit derartigen Kursen bewertet.

Getrieben durch die Gewinnwarnung rutschen die Kurse beider Aktien unter die Stopp-Kurse des AKTIONÄR. Trotz der teils positiven Analystenkommentare zur Muttergesellschaft Fresenius sollten Anleger derzeit von einem Engagement absehen und eine klare Bodenbildung abwarten.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Börsen.Briefing. | 0 Kommentare

Fresenius-Aktie: Worauf es jetzt ankommt

Fresenius bildete vergangene Woche den Schluss- und Tiefpunkt einer Serie an Negativ-Meldungen. Die Aktie des Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmens brach am Freitag brachial in sich zusammen, verlor 17,71 Prozent ihres Wertes. Erst die Schlussglocke stoppte den Verfall. Ursächlich für den … mehr