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Fresenius – Der Preis ist heiß

Fresenius steigt dick ins Krankenhausgeschäft ein. Trotz ordentlicher Zahlen notiert die Aktie im Minus. Manchem Experten erscheint die milliardenschwere Übernahme der Helios Kliniken zu teuer.

Fresenius steigt dick ins Krankenhausgeschäft ein. Trotz ordentlicher Zahlen notiert die Aktie im Minus. Manchem Experten erscheint die milliardenschwere Übernahme der Helios Kliniken zu teuer.

Von Steffen Eidam

Die milliardenschwere Übernahme der Helios Kliniken drückt heute auf die Stimmung der Fresenius-Aktionäre. Der Kauf des Klinikbetreibers soll über eine Kapitalerhöhung sowie durch die Ausgabe einer Anleihe finanziert werden. Selbst die ordentlichen Neunmonats-Zahlen und der optimistische Ausblick treten heute in den Hintergrund.

Milliarden-Deal

Der Kaufpreis für 94 Prozent der Helios Kliniken liegt bei 1,5 Milliarden Euro. Ein stolzer Preis, heißt es an der Börse. Auch wenn der Kauf "strategisch sinnvoll" sei, und die Bad Homburger zu einem der führenden privaten Krankenhausträger Deutschlands aufsteigen, gerät die Aktie heute unter Druck. Um das notwendige Kapital einzusammeln, muss die Gesellschaft eine Kapitalerhöhung in Höhe von rund 800 Millionen Euro durchführen sowie eine Anleihe in Höhe von rund 700 Millionen Euro begeben. Die in Fulda ansässige Helios zählt mit einem erwarteten Jahresumsatz von 1,2 Milliarden Euro zu den größten deutschen Klinikketten. Helios betreibt 24 Krankenhäuser mit rund 9300 Betten und beschäftigt rund 18 000 Mitarbeiter. Die Kliniken von Helios und die Fresenius-Kliniken der Wittgensteiner Gruppe werden zukünftig unter der Führung und dem Namen von Helios eine Einheit bilden. Insgesamt steigt die Zahl der Krankenhäuser auf insgesamt 55.

Saubere Neunmonats-Bilanz

Das im MDAX gelistete Unternehmen hat nach drei Quartalen ein währungsbereinigtes Umsatzplus von sieben Prozent auf 5,72 Milliarden Euro erzielt. Das EBIT betrug 702 Millionen Euro, was einem Plus von 13 Prozent entspricht. Auch der Ausblick auf das Gesamtjahr war durchaus positiv: Beim Überschuss rechnet das Management nun damit, das obere Ende der Prognose eines Wachstums von 12 bis 15 Prozent zu erreichen. Darüber hinaus unterzeichnete die Tochter Fresenius Kabi einen Vertrag zur Übernahme des Geschäfts der Medizintechnikfirma Clinico aus Bad Hersfeld. Mit Clinico ergänze Fresenius Kabi ihr Produktportfolio im Bereich Infusions- und klinische Ernährungstherapien. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben die 1500 Mitarbeiter einen Umsatz von 51 Millionen Euro erzielt.

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