- DER AKTIONÄR

Freie Fahrt für die Hansa-Kogge

Vectron Systems und Hansa Chemie wollen unter dem Dach der Hansa Group in erfolgreiches Fahrwasser steuern. Für Anleger mit Weitblick ist jetzt der Zeitpunkt zum Einstieg gekommen.

Vectron Systems und Hansa Chemie wollen unter dem Dach der Hansa Group in erfolgreiches Fahrwasser steuern. Für Anleger mit Weitblick ist jetzt der Zeitpunkt zum Einstieg gekommen.

Von Thomas Bergmann

Seit dem 6. Juli ist es amtlich: Die Verschmelzung der Hansa Chemie AG mit der Vectron Systems AG ist im Handelsregister eingetragen. Laut IR-Manager Jochen Fischer ist damit "die Basis für den Misch- und Beteiligungskonzern geschaffen".

"Kleine" und "große" Synergien

Die Fusionspartner haben auf den ersten Blick wenig gemeinsam. Vectron ist auf die Entwicklung und den Vertrieb von Kassensystemen und Kommunikationssoftware zur Vernetzung von Filialbetrieben spezialisiert. Im Bereich der Kassensysteme ist die Gesellschaft die Nummer eins in der deutschen Gastronomie und in der Bäckereibranche. Hansa Chemie ist ein Produzent von Spezialchemikalien, internationaler Logistikanbieter und Chemikalienhändler.

Doch selbst die laut Fischer "kleinen Synergien" in den Bereichen Einkauf, Marketing, IT und Investor Relations summieren sich auf rund 300.000 Euro jährlich. "Große Synergien" resultieren für Vectron daraus, dass das Unternehmen Zugang zu neuen Absatzmärkten und -branchen erhält. Hansa Chemie pflegt erstklassige Kontakte im Nahen und im Mittleren Osten, vor allem zu Kunden aus dem Tourismussektor und der Petrochemie. In diesen Regionen besteht ein großer Bedarf an Kassensystemen und Filialvernetzung - besonders bei Tankstellen.

Neue Dimensionen

Nach der Fusion werden Umsatz und Gewinn im Vergleich zur "alten" Vectron in neue Dimensionen vorstoßen (siehe Tabelle). Vor allem von 2005 auf 2006 ist mit einem massiven Sprung zu rechnen, der nach den Worten Fischers bei Hansa Chemie durch langfristige Verträge abgesichert ist. Gleichzeitig steigt durch den Zusammenschluss das Grundkapital der Hansa Group und damit der Börsenwert.

Die Bewertung lässt aber noch reichlich Spielraum offen: Ein 2006er-KUV von 0,36 liegt deutlich unter dem Durchschnitt in der Chemiebranche (wegen Dominanz der Hansa Chemie) von 0,5. Auch das KGV von 15 ist angesichts der Wachstumsraten noch moderat. Zusätzliche Fantasie erhält die Aktie durch mögliche weitere Akquisitionen oder Einbringungen durch die Großaktionärin Hansa International, die 86 Prozent hält. Der Hansa-Vorstand prüfe bereits einige Projekte und Angebote, so Fischer. Letztendlich soll Anfang September neues Research-Material aus dem Haus der DZ Bank erscheinen, was dem Titel die nötige Aufmerksamkeit bescheren dürfte.

Der richtige Zeitpunkt

Noch fristet der Konzern ein Schattendasein an der Börse. Für Anleger mit Weitblick ist aber genau jetzt der richtige Einstiegszeitpunkt, bevor sich die breite Masse auf die "Hansa-Kogge" stürzt. Das Kursziel taxiert DER AKTIONÄR auf 2,50 Euro.

Hansa Group

 

ISIN DE0007608606
Kurs am 25.07.2005 1,86 €
Empfehlungskurs 1,50€
Ziel 2,50€
Stopp 1,20€
KGV 06e 15
Chance/Risiko 4/3

Artikel aus DER AKTIONÄR (30/05).

 

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