- Jochen Kauper - Redakteur

Frankreichs Großbanken in der Krise – Deutsche Bank und Commerzbank in Sippenhaft

Griechenlands Ministerpräsident Georgios Papandreou kündigt einen "Titanenkampf" gegen den drohenden Staatsbankrott an. Das Finanzdrama erfasst vor allem Frankreichs Großbanken. Die Aktienkurse von Societe Generale und Credit Agricole gehen auf Tauchstation.

Griechenlands Ministerpräsident Georgious Papandreou hat einen „Titanenkampf" gegen die drohende Staatspleite angekündigt. Auch wenn ihm der griechische Licht- und Sonnengott Hyperion zu Hilfe eilen würde,  es scheint, als sei die Lage in Athen hoffnungslos.

Wirtschaft schrumpft noch stärker

Neuesten Prognosen zu Folge wird Griechenlands Wirtschaft in diesem Jahr um rund fünf Prozent schrumpfen. Bisher waren Experten von einem Rückgang von 3,8 Prozent ausgegangen. Die Rezession übertreffe alle Vorhersagen, so Finanzminister Evangelos Venizelos.

Frankreich im griechischen Schuldensumpf

Das Finanzdrama in Athen hat vor allem Frankreichs Großbanken erfasst. Auslöser waren Spekulationen über eine Griechenland-Pleite und die Furcht vor einem Bonitätsverlust der Banken durch eine Herabstufung durch Moody's. Die Ratingagentur hatte Frankreichs drei größte börsennotierte Banken am 15. Juni mit einem negativen Ausblick versehen. Damit nähere sich das Drei-Monats-Fenster seinem Ende. Innerhalb dieser Zeitspanne teilt die Ratingagentur im Normalfall  ihre Entscheidungen mit. Analysten bemängeln in erster Linie die Tatsache, dass französische Banken nur Rückstellungen von rund 21 Prozent auf ihre Griechenland-Engagements gebildet hätten. Andere Banken seien dagegen viel aggressiver zu Werke gegangen und hätten ihre Bestände um bis zu 50 Prozent abgeschrieben.

Keine Teilverstaatlichung der Banken

Am stärksten unter die Räder kam die Societe Generale. Seit Jahresbeginn ist der Börsenwert um mehr als die Hälfte gefallen. Frankreichs Industrieminister Eric Besson dementierte am Montag Spekulationen über eine Teil-Verstaatlichung der Finanzinstitute. „So eine These heute anzusprechen, erscheint mir nicht nur völlig verfrüht, sondern auch am Ziel vorbeizuschießen', erklärte er gegenüber dem TV-Sender BFM.

Nichts für konservative Anleger

„Die Gemengelage spitzt sich zu, die Verunsicherung am Markt gewinnt aktuell die Überhand", so Michael Seufert von der NordLB. Die Angst davor, dass sich Schulden- und Bankenkrise verschlimmern, wird die Märkte weiter belasten. Die Aktien der Deutschen Bank sowie der Commerzbank werden mit in Sippenhaft genommen und gehören erneut zu den größten Verlieren im DAX. In der aktuellen Marktphase sind gerade diese Papiere nichts für konservative Anleger. Für neue Investments sollte eine Marktberuhigung abgewartet werden.

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