DAX
- Jochen Kauper - Redakteur

Frank Mella: Der echte Mr. DAX

Es waren weder die Deutsche Börse noch die Deutsche Bank oder die viel zitierten Schweizer, die den DAX erfunden haben. Es war Frank Mella, der im Jahr 1988 das Börsenbarometer in mühevoller Kleinstarbeit kreiert hat. Vor 25 Jahren hatte Börsenjournalist Frank Mella die Grundidee für den Deutschen Aktien Index DAX. DER AKTIONÄR fragte nach.

Frank Mella, ehemaliger Börsenjournalist und Spezialist für knifflige Lösungen, entwickelte vor 25 Jahren den DAX. DER AKTIONÄR fragte nach.

DER AKTIONÄR: Herr Mella, andere in ihrem alter gingen zum Fußball, sie studierten schon mit 16 Jahren die Börsenkurse, was übte diese Faszination auf Sie aus?

Frank Mella: Die Bilder aus dem Frankfurter Börsensaal waren früher faszinierend. Da war Aktion angesagt. das hat mich fast magisch angezogen und ich wollte einfach mehr über die Börse erfahren.

Und dann waren es praktisch Sie, der für eine kleine Revolution gesorgt hat, als 25 Jahren DAX eingeführt wurde, der Deutsche Aktienindex. War das einzig und alleine ihre Idee?

Ich war 1987 Redakteur bei der Börsen-Zeitung in Frankfurt am Main beschäftigt. Schon für meine Zeitung hatte ich einen Indexentwickelt. Da trat der Verleger an mich heran und bat mich, einen Index für den Finanzplatz Deutschland zu entwickeln. Daraus ist dann der DAX entstanden.

Sie haben dann praktisch vor 25 Jahren für eine kleine Revolution gesorgt ...

Der Entwurf für den DAX stammt von mir, die Anleitung etwa: So berechnet man den DAX, 30 Aktien, der Streubesitz ist das entscheidende Kriterium. Der Index sollte handelbar sein. Heißt: Der DAX dient als Basiswert für Terminkontrakte. Nur deshalb lässt sich heute der komplette Index kaufen. Das war damals eine Revolution

Warum noch ein Index, schließlich gab es doch bereits zu diesem Zeitpunkt schon jede Menge andere Indices um die Tendenz der Aktien abzubilden ...

Das ist korrekt, aber genau da lag ja auch das Problem. Es gab damals wie auch heute schon  zum Beispiel den Index der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Dann hatte die Frankfurter Wertpapierbörse immer einen Index, der wurde aber in der Düsseldorfer Börse nicht benutzt. Und dann kam auf einmal der DAX, der Deutsche Aktienindex. Aus der Bezeichnung geht ja nicht einmal hervor, wer diesen Index berechnet. Und das war dann der gemeinsame Nenner auf den sich alle einigen konnten.

Wie lautet denn ihr eigene Anlagestrategie um „Ihren" DAX zu schlagen?

Ich habe gar nicht mehr den Ehrgeiz den DAX zu schlagen. Ich halte jede Menge ETFs und bin mit der DAX-Performance mehr als zufrieden.

Herr Mella, vielen Dank für das Gespräch.

Mehr zu Frank Mella erfahren Sie unter www.frank-Mella.de.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

DAX: Löst Italien einen Crash aus?

Nach den starken Kursverlusten an der Wall Street hält sich der DAX am Freitag ausgesprochen gut. Unterstützung bekommt der DAX aus China, wo die Festlandbörsen ein starkes Intraday-Reversal gefeiert hatten, obwohl die jüngsten Wirtschaftsdaten schlechter ausfielen als erwartet. Zudem ist bei den … mehr
| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

DAX: Das schaut nicht gut aus!

Am Donnerstag kann sich der DAX nur kurzzeitig im positiven Terrain halten. Die Aussicht auf eine restriktive Geldpolitik in den USA veranlasst einige Investoren, Kasse zu machen. Hinzu kommt der überdurchschnittliche Kursrückgang beim DAX-Schwergewicht SAP. Aus technischer Sicht rückt ein … mehr