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Formel Orange

Holländische Autos, die schnellere Fahrer aufhalten – jetzt auch ohne Wohnwagen und in der Formel 1. Die zwei orange gefärbten Spyker-Rennwagen gaben in ihrem ersten Rennen in Shanghai mit einem Ausfall beziehungsweise drei Runden Rückstand zwar noch eine gute Vorlage für platte Holland-Witze – trotzdem war das Debüt aus Werbesicht ein voller Erfolg.

Der kleine, aber feine holländische Sportwagenhersteller Spyker Cars kauft sich ein eigenes Formel-1-Team.

Holländische Autos, die schnellere Fahrer aufhalten – jetzt auch ohne Wohnwagen und in der Formel 1. Die zwei orange gefärbten Spyker-Rennwagen gaben in ihrem ersten Rennen in Shanghai mit einem Ausfall beziehungsweise drei Runden Rückstand zwar noch eine gute Vorlage für platte Holland-Witze – trotzdem war das Debüt aus Werbesicht ein voller Erfolg. Denn nach der Übernahme des russischen MF1-Racing-Teams im September 2006 durch die unbekannte Sportwagenschmiede ist der Name „Spyker“ plötzlich in aller Munde.

Partner Ferrari

Auch neben der Piste drückt Spyker aufs Gas. Mit Ferrari konnte ein namhafter F-1-Motorenpartner und mit „LeasePlan“ ein erster Großsponsor präsentiert werden. Die Holländer sehen einen „idealen Zeitpunkt“ für die 107 Millionen Dollar teuere Übernahme und den mutigen Einstieg in die Königsklasse des Motorsports. Denn diverse Regeländerungen verringern die Kosten und machen kleinere und mittlere Rennställe wettbewerbsfähiger. So werden künftig alle Teams die gleiche Anzahl an Testtagen erhalten, zusätzlich wird die Motorweiterentwicklung „eingefroren“. Darüber hinaus wird es ab 2008 für alle Autos nur noch einen Reifenzulieferer geben und die Aerodynamik der Chassis darf 2009 nur noch zweimal pro Saison verbessert werden. Abgesehen vom positiven Imagetransfer der Formel-1-Aktivitäten auf die Serienwagen erwarten die Holländer auch technologische Synergieeffekte. Bereits im nächsten Jahr soll sowohl der Zukauf als auch der gesamte Spyker-Konzern operative Gewinne einfahren. Finanziert wird der Kauf unter anderem durch die Ausgabe von 2.650.000 neuen Aktien zum Preis von 20 Euro.

Start-up Spyker

Die erst 1999 von einem Multimillionär wiederbelebte Luxuxsportwagenfirma ist so jung wie dynamisch. Im ersten Halbjahr 2006 wurden 43 Autos (Vorjahr 8) verkauft, die Umsätze haben sich auf 12,8 Millionen Euro mehr als verdreifacht. Zumindest der Cashflow war mit 1,3 Millionen das erste Mal seit Firmenbestehen positiv. Der Auftragsbestand konnte um 150 Prozent gesteigert werden. Neuestes Modell ist der im Frühling 2006 vorgestellte Spyker D12 Peking-to-Paris – eine außergewöhnliche Mischung aus SUV und Sportwagen.

Charttechnisch grünes Licht

Auf den ersten Blick ist das nur in Amsterdam handelbare Papier bereits ambitioniert bewertet. Doch die Firma steht erst am Beginn, das Wachstum war zuletzt sehr kräftig und der Einstieg in die Formel 1 ist Sprungbrett für eine noch rasantere Entwicklung. Charttechnisch befindet sich die Aktie in einem kurzfristigen Aufwärtstrend. Mutige Investoren riskieren daher eine Startposition. Formel 1: gefährlich, aber schnell. ISIN: NL0000380830

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 42/2006.

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