Foris
- DER AKTIONÄR

Foris ist zurück

Foris war 1999 eines der spektakulärsten IPOs. Damals ging die Firma mit der neuen Idee, aussichtsreiche Gerichtsprozesse vorzufinanzieren, zu Kursen von über 40 Euro an die Börse. Doch schnell wurde klar, dass das Geschäft viel zu abhängig von langwierigen und schwer prognostizierbaren Gerichtsverhandlungen ist. Jetzt, acht Jahre später, ist außer dem Namen wenig übriggeblieben.

Mit der Übernahme des bedeutenden Konkurrenten Go Ahead hellen sich die Aussichten der Gesellschaft weiter auf.

Foris war 1999 eines der spektakulärsten IPOs. Damals ging die Firma mit der neuen Idee, aussichtsreiche Gerichtsprozesse vorzufinanzieren, zu Kursen von über 40 Euro an die Börse. Doch schnell wurde klar, dass das Geschäft viel zu abhängig von langwierigen und schwer prognostizierbaren Gerichtsverhandlungen ist. Jetzt, acht Jahre später, ist außer dem Namen wenig übriggeblieben: So ist Foris mittlerweile mit dem neu eingeführten Übersetzungsservice für Juristen und dem Verkauf von fertigen „Firmenhüllen“ (GmbH, AGs) an Unternehmensgründer deutlich breiter aufgestellt. Von der Überbewertung vergangener Tage ist angesichts des aktuellen Kurses von nur noch 1,40 Euro ohnehin nichts mehr zu sehen. Im Gegenteil – der Small Cap ist mit einem 2007er-KGV von 8 ein glasklarer Kauf.

Großer Zukauf

Denn die Geschäfte laufen gut. Im ersten Halbjahr 2006 steigerten die Bonner die Umsätze um 31 Prozent auf 8,5 Millionen Euro, der Nettogewinn belief sich dabei auf 0,53 Millionen Euro (Vorjahr: 0,06 Millionen). Der Handel mit Firmenrechtsformen ist zur größten Erlösquelle geworden. Erst Ende Oktober 2006 hatte Foris den deutschen Marktführer für den Verkauf der englischen „Limited“-Rechtsform erworben. Go Ahead hat alleine 2006 mehr als 10.000 Käufer für diese eigenkapitalsparende Alternative einer GmbH-Gründung gefunden. Der Go-Ahead-Umsatz aus dem Gründungsgeschäft und Seminaren beträgt circa fünf Millionen Euro. Foris-Chef Dr. Christian Rollmann zufolge erwirtschaftet die neue Tochter dabei eine „ausgezeichnete“ Marge.

Weiteres Wachstum

Durch die Übernahme verspricht sich Rollmann neben Synergieeffekten beim Verkauf der anderen Vorratsgesellschaften auch die Erschließung weiterer Zielgruppen für die Prozessfinanzierung und dem Übersetzungsdienst. Bisher wurden diese Dienstleistungen vor allem direkt Juristen angeboten – künftig werden auch breitere Kundenschichten angesprochen. „Wir haben erhebliches neues Personal eingestellt“, so der Foris-Chef gegenüber dem AKTIONÄR.

Gut und günstig

Bereits im ersten Halbjahr 2006 wurde, begünstigt durch Erträge aus erfolgreich finanzierten Kunden-Gerichtsprozessen, ein Gewinn in Höhe von 0,08 Euro je Aktie erzielt. 2007 ist mit dem neuen Go-Ahead-Geschäft ein Gewinn je Aktie von bis zu 0,17 Euro möglich. Die sehr günstig bewertete Foris darf in keinem spekulativen Depot fehlen.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 07/2007.

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