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Ford - Die tun was

Der Automobilhersteller Ford setzt in Zukunft verstärkt auf die Herstellung von Fahrzeugen mit Hybridmotoren und umweltfreundlichen Antrieben. Ganz im Sinne von Firmenchef William Ford. Die deutsche Konkurrenz besinnt sich auf eine ihrer eigentlichen Stärken: Lamentieren.

Der Automobilhersteller Ford setzt in Zukunft verstärkt auf die Herstellung von Fahrzeugen mit Hybridmotoren und umweltfreundlichen Antrieben. Ganz im Sinne von Firmenchef William Ford.

Von Steffen Eidam

Der Automobilhersteller Ford setzt in Zukunft verstärkt auf die Herstellung von Fahrzeugen mit Hybridmotoren. Darüber hinaus plant der Konzern ab dem kommenden Jahr die Produktion von Autos, die sowohl mit Benzin als auch mit verschiedenen ähnlichen Kraftstoffen betrieben werden können. Dass dabei gerade ein Konzern aus den Vereinigten Staaten der europäischen Konkurrenz ein Schnippchen in Sachen Umweltschutz schlägt, macht die Geschichte interessant.

Hybride und andere Zwitter

Unter einem Fahrzeug mit Hybridantrieb versteht man ein Auto, das zwei Motoren unter der Haube hat: Einen Benzinmotor und einen Elektromotor. Der dahinterstehende Gedanke ist genauso alt wie einfach. Von beiden Antriebsarten werden jeweils die Stärken genutzt. Fährt also ein Hybridauto beispielsweise auf der Autobahn mit Benzin, so entsteht überschüssige Energie, die dem Elektromotor zugeführt wird. Im weniger leistungsintensiven Stop and Go in der Stadt schaltet das Auto selbstständig auf den Elektromotor um und gibt diese Energie wieder ab. Konzernchef William Ford Jr. gab jetzt bekannt, dass sein Unternehmen ab dem Jahr 2010 jährlich 250.000 Hybrid-Fahrzeuge herstellen möchte. Das ist ein Wort, bedenkt man, dass derzeit jährlich "nur" etwa 24.000 Hybrid-Fahrzeuge vom Band laufen. Darüber hinaus peilt der zweitgrößte Autobauer in den USA ab 2006 eine Kapazität von mindestens 280.000 "Flexible Fuel Vehicles" jährlich an. Das Flexible Fuel Vehicle (FFV) ist ein Fahrzeug, das sowohl mit Benzin als auch mit verschiedenen ähnlichen Kraftstoffen, wie beispielsweise Ethanol-, Bioethanol- oder Methanol-Benzin-Gemischen, betrieben werden kann. Dass im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" bislang auch der Energieverschwendung keine Grenzen gesetzt sind, ist spätestens seit Kyoto kein Geheimnis mehr. Umso höher ist der Schritt von Ford zu bewerten. Einem Konzern, dessen Haupteinnahmequelle bislang "spritfressende" Pick-Ups und Sportwägen waren.

Deutsche Automobilbranche im Tiefschlaf

Während japanische Hersteller bereits im Jahr 1997 mit der Produktion von Serienfahrzeugen mit Hybridantrieb begonnen haben, üben sich die deutschen Konzerne im Lamentieren. Unisono versuchen Vertreter der größten inländischen Marken der Hybrid-Technik die Tauglichkeit abzusprechen. "Die Deutschen wollen mit Studien von ihrer eigenen Untätigkeit ablenken", sagte Umwelthilfe-Geschäftsführer Jürgen Resch. Seiner Meinung nach beträgt der Rückstand der heimischen Autobauer im Vergleich zu Japan nicht nur wie vielfach behauptet fünf, sondern bereits zehn Jahre. Als bestes Beispiel dient hier der Hybrid-Pionier Toyota, der bereits seit etwa 15 Jahren mit diesem Antrieb experimentiert. Sein Mittelklassemodell Prius, das umweltfreundlichste Auto des Jahres, hat es in den USA mittlerweile zu Kultstatus gebracht. Als sogenanntes "Green-Car" ist es zum Symbol gegen die Ölpolitik von Präsident Bush geworden. Für den publikumswirksamen Glamour sorgten zuletzt Leonardo DiCaprio, Cameron Diaz, Harrison Ford und Sting, als sie bei der Oscar-Verleihung mit eben solch einem Prius vorfuhren.

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