- Nikolas Kessler - Redakteur

Fondsmanager Bill Miller warnt: „Bitcoin könnte auf null fallen“ – und hat trotzdem fett investiert

Spätestens seit Bill Miller als Manager des Legg Mason Capital Management Value Trust Fonds zwischen 1991 und 2005 ganze 15 Jahre in Folge den S&P 500 geschlagen hat, zählt er zu den Wall-Street-Legenden. Sein Wort hat Gewicht. Nun hat auch er sich zum Thema Bitcoin geäußert.

„Meiner Meinung nach ist der Bitcoin ein technologisches Experiment, bei dem sich erst noch zeigen muss, ob er einen langfristigen Wert besitzt“, so Miller in einem Brief an die Investoren seines Fonds. Die Marktkapitalisierung des Bitcoins sei inzwischen höher als die von 90 Prozent der Unternehmen im S&P 500 – und trotzdem könne er scheitern.

„Ich glaube, es gibt eine nicht zu unterschätzende Wahrscheinlichkeit, dass der Bitcoin auf null fällt. Doch an jedem Tag, an dem es nicht passiert, wird diese Wahrscheinlichkeit geringer“, so der Fondsmanager weiter. Denn ständig würde mehr Risikokapital in das Bitcoin-Ökosystem fließen. Zudem würden immer mehr Menschen darauf aufmerksam und weiterhin kaufen.

Millers heiße Bitcoin-Wette

Dass sich nach Investmentlegende Warren Buffett, Blackrock-Chef Laurence Fink oder JPMorgan-Chef James Dimon nun auch Bill Miller zum Thema äußert, hat jedoch noch einen anderen Grund: Der 154 Millionen Dollar schwere MVP1-Fonds seiner Investmentgesellschaft Miller Value Partners hat sage und schreibe 30 Prozent des Kapitals in Bitcoin investiert. 2016 habe der Anteil noch bei fünf Prozent gelegen und sei seitdem sukzessive gesteigert worden.

Damit hat Value-Investor Miller einen guten Riecher bewiesen. Im Schnitt habe der Fonds etwa 350 Dollar pro Bitcoin bezahlt. Just am heutigen Donnerstag hat die Kryptowährung bei 7.061 Dollar ein neues Allzeithoch markiert – dies entspricht einem Wertzuwachs von mehr als 1.900 Prozent.

Noch mehr Bitcoins wolle er auf dem aktuellen Niveau nicht mehr kaufen, so Miller. Wenn er nicht ohnehin schon investiert wäre, würde er jedoch auch jetzt noch ein Prozent seines Nettovermögens in Bitcoins stecken.

Auf dem Weg in den Mainstream – Risiko bleibt hoch

Unterstützt von der Meldung, dass die US-Börse CME Futures auf den Bitcoin plant und somit auch institutionelle Investoren leichter und berechenbarer mit Bitcoins handeln könnten, hat den Kurs am Donnerstag bei 7.061 Dollar auf ein neues Rekordhoch getrieben. Auch wenn diese Performance verlockend ist, sollten Anleger das Totalverlust-Risiko nicht außer Acht lassen. Alternativ zum Direktinvestment können Zocker auch einen Blick auf das Bitcoin-Zertifikat von Vontobel (WKN VN5MJG) werfen.

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  • A vY -
    @Dennis Pagel: Da sieht man, dass du Blockchain nicht verstanden hast. Bitcoin kann man nicht hacken. Lediglich kann der Zugang, den der User über unsere Verbindungen eingeht, gehackt werden. Und das ist bei jedem Online Banking gleich.
  • Dennis Pagel -
    Auch wenn ich Ihnen Recht gebe, ärgere ich mich trotzdem meine Partizipationszertifikate beim Einbruch Anfang des Jahres verkauft zu haben... jetzt hingegen ist ein Einstieg tatsächlich mit hohen Risiken verbunden. 600% in einem Jahr, da ist Rückschlagpotenzial von bestimmt 50% vorhanden. Als Währung taugt Bitcoin sowieso nicht. Geldscheine kann man fälschen... aber ihr Bitcoin-Konto kann man hacken... und dann ist plötzlich alles weg...
  • Peter Janka -
    Ich bin gespannt, wann größere Investoren aussteigen und was das für eine Lawine ins Rollen bringen wird. So wie wir alle über die Tulpenzwiebel-Spekulation den Kopf schütteln, so werden wir schon bald über die geplatzte Spekulationsblase der Kryptowährung lachen. Durch die hohen Ausschläge ist diese Kryptowährung als Zahlungsmittel ungeeignet. Somit dient sie nur der Spekulation von wenigen

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