F.A.M.E.
- DER AKTIONÄR

Fokus Umweltbranche

Die F.A.M.E. AG stand zuletzt aufgrund tiefgreifender Änderungen in den Schlagzeilen. DER AKTIONÄR unterhielt sich mit Aufsichtsratschef Philip Moffat über Vorstandswechsel und Neuausrichtung beim ehemaligen Medienunternehmen.

Die F.A.M.E. AG stand zuletzt aufgrund tiefgreifender Änderungen in den Schlagzeilen. DER AKTIONÄR unterhielt sich mit Aufsichtsratschef Philip Moffat über Vorstandswechsel und Neuausrichtung beim ehemaligen Medienunternehmen.

Der Aktionär: Herr Moffat, warum die Neuausrichtung bei F.A.M.E.?

Philip Moffat: Die VEM und ich haben die vergangenen Jahre diverse Beteiligungs- und -Neuausrichtungsprojekte geprüft. In vielen Fällen waren wir sehr kurz vor dem Abschluss, aber dann ergab sich doch die eine oder andere Unwägbarkeit. Der Markt schaut uns bei FAME sehr genau zu, daher stehen wir unter dem Druck diesen Mantel zum Vorteil für alle Aktionäre auszurichten. Ich möchte nicht mein Standing im Mantelgeschäft aufs Spiel setzen.

Was passiert mit den bisherigen Aktivitäten und wie soll das künftige Geschäftsmodell konkret aussehen? Welchen finanziellen Spielraum hat F.A.M.E.?

Die ursprünglichen Aktivitäten der Gesellschaft in der Medien- und Filmbranche wurden bereits im Jahr 2002 eingestellt. Die Restrukturierung der Gesellschaft wurde im Jahr 2003 mit der Verschmelzung der verbliebenen Tochtergesellschaften auf die Gesellschaft und mit dem Fortsetzungsbeschluss der Hauptversammlung vom 18.12.2003 abgeschlossen. Seitdem fungiert die Gesellschaft als Beteiligungsgesellschaft. Das Beteiligungsgeschäft soll nunmehr auf die Solarindustrie und die Branche der erneuerbaren Energien, insbesondere Biogas und Geothermie, konzentriert werden. Konkret soll sich die Gesellschaft insbesondere vorbörslich an Unternehmen beteiligen und diesen den Weg an den Kapitalmarkt bereiten. Unter besonderen Umständen sind jedoch auch Beteiligungen an bereits börsennotierten Unternehmen denkbar, sofern dies zu angemessenen Bewertungen möglich ist. Die Gesellschaft verfügt über liquide Mittel von rund 1,3 Millionen Euro. Mit diesen Mitteln ist eine erste Beteiligung geplant, in deren Anschluss eine Kapitalerhöhung durchgeführt werden soll. Die Konditionen der Kapitalerhöhung, die aller Voraussicht nach im vierten Quartal als Barkapitalerhöhung durchgeführt werden wird, werden zeitnah und unter Berücksichtigung der dann gegebenen Kapitalmarktverhältnisse festgesetzt werden.

Warum kommt Ihr Vorhaben erst jetzt?

Ich bin bereits seit Ende letzten Jahres in dem Bereich aktiv (unter anderem bei der börsennotierten RPSE AG - ehemaliger Mantel BK Grundbesitz und Beteiligungs AG) und habe in der Zeit viele Kontakte geknüpft und verschiedene Beteiligungsmöglichkeiten geprüft. Erst jetzt kamen zwei Dinge zusammen: zum einen eine interessante Beteiligungsmöglichkeit und zum anderen die Möglichkeit, meine Beteiligung an der F.A.M.E. AG durch das Ausscheiden der VEM als Aktionär aufzustocken.

Welche Erfahrungen bringt Herr Dr. Lukas Lenz in die Gesellschaft ein?

Herr Dr. Lenz verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich Mergers & Acquisitions und in Kapitalmarkt-Transaktionen. Er war zuvor u.a. Vorstand einer anderen börsennotierten Beteiligungsgesellschaft, der SPARTA AG, und verfügt über das notwendige Know-how um unsere Gesellschaft wieder aktiv in das Kapitalmarktgeschehen einzubinden und die für die Expansion unserer Gesellschaft erforderlichen Strukturen zu schaffen. Er wird durch mich und andere Aktionäre unterstützt, indem wir der Gesellschaft unser umfangreiches Netzwerk in der Solarindustrie öffnen.

Sie haben am 1. Juli 100.000 F.A.M.E.-Aktien für 2,70 pro Stück erworben und gleichzeitig 34.500 Papiere zu 2,07 Euro pro Aktie weiterveräußert? Ein Druckfehler?

Nein, durchaus nicht. Ich habe lediglich das Paket zu günstigen Konditionen an einen Mitstreiter weitergegeben. Meine Philosophie ist es, dass Sie nur Erfolg haben können, wenn Ihre Mitstreiter auch angemessen beteiligt sind.

Das Interview führte Thomas Bergmann.

Artikel aus DER AKTIONÄR (31/05).

 

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