Pfizer
- Werner Sperber - Redakteur

FM: Pfizer korrigiert nur wegen Clintons Wahlkampfgetöse

Focus Money erklärt, die US-Pharmafirma Pfizer hat den französischen Wettbewerber Sanofi ausgestochen und kauft für 14 Milliarden Dollar das auf Krebstherapien spezialisierte US-Unternehmen Medivation. Mitte Mai hatte Pfizer bereits die auf Hautcremes fokussierte Firma Anacor für 5,2 Milliarden Dollar übernommen. Die beiden vergleichsweise kleinen Transaktionen zeigen die neue Strategie von Pfizer: gezielte Zukäufe, die das operative Geschäft stärken. Im vergangenen Jahr wollte Pfizer eigentlich für 160 Milliarden Dollar den irischen Konzern Allergan kaufen und den Firmensitz nach Irland verlegt werden, um Steuern zu sparen. Doch die USA verschärften die Steuergesetze, und die Transaktion unterblieb. Jetzt stehen diese 160 Milliarden Dollar für andere Akquisitionen zur Verfügung.

Die Übernahme von Medivation zu einem KUV von 6 gilt zwar als teuer, doch das Biotech-Unternehmen verfügt mit Xtandi über ein bereits zugelassenes Medikament gegen Prostatakrebs. Medivation wächst mit 20 Prozent pro Jahr. Krebstherapien zählen zu den finanziell aussichtsreichsten Geschäften im Gesundheitswesen. Gleichzeitig gibt es nicht besonders viele Krebsmedikamente, die bereits zugelassen sind. Außerdem baut Pfizer mit der Übernahme die Kapazitäten im Vertrieb sowie in der Forschung & Entwicklung aus.

Die jüngste Kurskorrektur ist auf das Wahlkampfgetöse von Hillary Clinton in den USA zurückzuführen. Die Präsidentschaftskandidaten fordert immer wieder eine Begrenzung von Medikamentenpreisen. Focus Money rät, die Korrektur zum Einstieg in die mit einem KGV von 13 für das nächste Jahr bewertete Aktie zu nutzen. Das Kursziel beträgt 36 Euro und der Stop-Loss sollte bei 27,20 Euro gesetzt werden.

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