- Thomas Bergmann - Redakteur

Fed-Chef schiebt die Märkte an - DAX mit wichtigem Kaufsignal

Der DAX hat am Dienstag noch mit einem satten Plus von 100 Punkten geschlossen und damit eine wichtige Widerstandszone hinter sich gelassen. Fed-Gouverneur Jerome Powell hatte bei seiner Anhörung vor dem Bankenausschuss des Senats gesagt, die Fed werde "vorerst" die Zinsen weiter schrittweise erhöhen, was als nicht übermäßig hawkish aufgefasst wurde. 

Mit der richtigen Geldpolitik bleibe in den nächsten Jahren der Arbeitsmarkt stark und die Inflation in der Nähe von zwei Prozent, sagte Powell. Mit der weiter schrittweisen Anhebung der Leitzinsen werde der wirtschaftliche Aufschwung verlängert. Die Börsen legten weltweit nach diesen Äußerungen zu: So schloss der DAX bei 12.660 Punkten, an der Wall Street kletterten vor allem die Kurse der Hightech-Konzerne. In Tokio stieg der Nikkei 225 Index heute Morgen um 0,6 Prozent, unterstützt von einem gegenüber dem Dollar schwächeren Yen.

Stärkerer Dollar

An den Devisenmärkten reagierte der Dollar auf die Powell-Rede mit Kursgewinnen. Der Bloomberg Dollar Spot Index, der den Greenback gegenüber zehn wichtigen Währungen abbildet, lag am frühen Morgen 0,15 Prozent höher, nach einem Anstieg um 0,4 Prozent am Dienstag. "Der Dollar hat auf breiter Basis von Powells Äußerungen profitiert", sagte Peter Dragicevich, Stratege bei Suncorp Corporate Services.

Fallende Rohstoffpreise

Der Goldpreis fällt hingegen immer weiter. Das Edelmetall hat sich gegenüber einem Hoch im Jahr 2016 um zehn Prozent verbilligt, seit die Fed die Geldpolitik strafft, der Dollar zulegt und Aktien steigen. Auch die Ölpreise gehen weiter zurück. Die US-Rohöllagerbestände sollen nach Angaben des privaten American Petrolerum Institute in der Vorwoche um 629.000 Barrel gestiegen sein. Die Daten der staatlichen Energy Information Administration stehen heute an und dürften laut einer Umfrage von Bloomberg einen Rückgang um 4,1 Millionen Barrel aufzeigen. "Der Handelsstreit zwischen den USA und China geht weiter, und der erhöhte Druck von Trump, die Preise niedrig zu halten, hält die Ölpreise davon ab, höher zu steigen", sagte Will Yun, Rohstoffanalyst bei Hyundai Futures.

DAX mit Kaufsignal

Aus technischer Sicht hat der DAX oberhalb der Widerstandszone von 12.600 bis 12.642 Punkten geschlossen. Damit ist jetzt der Weg frei bis zum GD200, der bei 12.780 Punkten etwa verläuft. Sollte er diesen ebenfalls nachhaltig durchbrechen, wäre das ein weiteres starkes Kaufsignal und ein Indiz für ein gutes zweites Börsenhalbjahr. Die Short-Empfehlung des AKTIONÄR (DD2V4R) ist gestern Abend noch bei 7,85 Euro ausgestoppt worden. Mehr dazu in der kommenden Ausgabe 30/2018, die heute Abend ab 22:00 Uhr als E-Paper zur Verfügung stehen wird.

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