BDI-Biodiesel
- DER AKTIONÄR

Fastfood im Tank

Umwelt-Aktien sind derzeit der Renner an den Börsen. Im Vergleich zu Wind- oder Solarunternehmen betrachten Investoren den Sektor der Biotreibstoffe jedoch eher skeptisch. Trotz des EU-Ziels, bis zum Jahr 2010 einen Anteil am Gesamtkraftstoff von 5,75 Prozent zu erreichen. Ein Grund für die Vorsicht ist unter anderem der enttäuschende Ausblick des Biodiesel- und Ethanolherstellers Verbio.

Der Hersteller von Anlagen zur Biodieselproduktion BDI Biodiesel profitiert von strengeren Umweltauflagen. Das Wachstumspotenzial ist enorm.

Umwelt-Aktien sind derzeit der Renner an den Börsen. Im Vergleich zu Wind- oder Solarunternehmen betrachten Investoren den Sektor der Biotreibstoffe jedoch eher skeptisch. Trotz des EU-Ziels, bis zum Jahr 2010 einen Anteil am Gesamtkraftstoff von 5,75 Prozent zu erreichen. Ein Grund für die Vorsicht ist unter anderem der enttäuschende Ausblick des Biodiesel- und Ethanolherstellers Verbio: Im Jahr 2007 soll das Ergebnis unter dem des Vorjahres liegen, da hohe Preise für Rapsöl, die Besteuerung von Biodiesel und der harte Wettbewerb das Geschäft hierzulande belasten werden. Für die seit Ende November 2006 gelistete BDI Biodiesel ist das jedoch kein Problem.

Größere Unabhängigkeit

Der österreichische Hersteller von sogenannten Single- und Multi-Feedstock-Anlagen ist nicht auf die Regularien einzelner Länder angewiesen – mehr als 90 Prozent der Umsätze generieren die Grazer in ganz Europa. Der jüngste Auftrag kommt aus Irland, wo bald alle Autobusse im Linienverkehr Biodiesel tanken. Die Abnehmer wiederum können das begehrte Biodiesel nicht nur mit teuerem Rapsöl herstellen, sondern können auch auf Altspeiseöl zurückgreifen, beispielsweise von Fastfoodketten. Zu Qualitätseinbußen kommt es dabei nicht.

Glänzendes Debüt

Die 2006er Bilanz des Börsenneulings ist mit einem Umsatzwachstum von rund 500 Prozent auf knapp 88 Millionen Euro und einem Ergebnisanstieg von 0,7 auf 11,6 Millionen Euro beeindruckend ausgefallen. Der Auftragsbestand für 2007 liegt bereits bei 100 Millionen Euro – über weitere Aufträge im Wert von 150 Millionen Euro wird noch verhandelt. Die kurz nach dem IPO getätigte 26 Prozent-Beteiligung an dem Automationsspezialisten M & R mit Niederlassungen in Europa und den USA sollte zudem für den Zugang zum nordamerikanischen Markt nützlich sein. Zudem ist die Firmenkasse mit mehr als 70 Millionen Euro noch prall gefüllt – weitere Zukäufe sind also durchaus noch möglich.

Günstiges Marktumfeld

Fast alle Industriestaaten bauen den Anteil emissionsarmer Kraftstoffe aus. BDI Biodiesel gilt als unabhängiger Hersteller von Biodiesel-Produktionsanlagen als einer der größten Profiteure. Neben den rosigen Perspektiven lockt das in diesem Bereich günstige 2008er-KGV von 13 zum Kauf des Papiers.

Kursziel bei BDI Biodiesel: 70,00 Euro. Stopp: 42,50 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 18/2007.

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