Federal National Mortgage Ass.
- Alfred Maydorn - Redakteur

Fannie und Freddie: Der 2.000-Prozent-Wahnsinn

Am Mittwoch stieg die Aktie von Fannie Mae zeitweise auf 5,44 Dollar, ehe sich der Kurs innerhalb weniger Minuten mehr als halbierte. Kein Wunder, hatte sich doch das Papier der US-Hypothekenbank seit Jahresbeginn um fast 2.000 Prozent verteuert. Was steckt dahinter und wie geht es weiter?

Jahrelang wollte niemand mehr etwas von den beiden „Hypotheken-Zombies" Fannie Mae und Freddie Mac wissen, jetzt sind sie die Lieblinge der Zocker-Gemeinde. Am Mittwoch erreichte die Spekulation ihren vorläufigen Höhepunkt, als beide Titel zunächst um weitere 20 Prozent zulegten, um sich dann innerhalb kürzester Zeit mehr als zu halbieren.

Kurz nach Handelsbeginn in New York sah es noch aus aus, als würden Fannie und Freddy ihre irre Kursralley fortsetzen. So erreicht Fannie in der Spitze einen Kurs von 5,44 Dollar. Seit Jahresbeginn hatte das Papier damit um exakt 1.992 Prozent zugelegt. Dann aber setzten heftige Gewinnmitnahmen ein, die den Kurs innerhalb von nur 60 Minuten auf nur noch zwei Dollar abstürzen ließen.

Hedgefonds greifen zu

Bis zum Handelsende hatte sich die Fannie-Aktie wieder auf 2,90 Dollar erholt, was im Vergleich zum Vortag immer noch ein sattes Minus von knapp 30 Prozent bedeutete. Die Aktie des Mitstreiters Freddie Mac verlor ebenfalls 30 Prozent an Wert. Die beiden Hypothekenfinanzierer waren zunächst von der Nachricht beflügelt worden, dass der bekannte US-Fondsmanager Bruce Berkowitz 500 Millionen Dollar in die beiden Unternehmen investiert hat.

Zuletzt hatten gleich reihenweise Hedgefonds auf eine Wiederbelebung der beiden US-Hypothekenbanken spekuliert. Fannie und Freddie waren während der Finanzkrise kollabiert und konnten nur mit dreistelligen Milliardenbeträgen des Staates gerettet werden, insgesamt waren es 187 Milliarden Dollar.

Satte Gewinne

Dieses Geld muss zunächst zurückgezahlt werden, bevor Anleger von der Wiedergenesung der beiden Firmen profitieren. Denn Fannie und Freddie verdienen wieder Geld - und das nicht zu knapp. So hat etwa Fannie Mae allein im ersten Quartal einen sagenhaften Gewinn von 58,7 Milliarden Dollar erzielt. Dieser kam allerdings vor allem aufgrund von Sondereffekten wie der Höherbewertung von ehemals faulen Krediten zustande. Vor Steuern und Einmaleffekten wurden allerdings immer noch satte 8,1 Milliarden Dollar verdient.

Es bleibt wild

Noch fließen die Gewinne von Fannie und Freddie komplett an den Staat, der knapp 80 Prozent der Aktien hält. Ob und wann die restlichen Anleger vom Comeback der beiden auferstandenen Finanzkrisen-Zombies profitieren ist völlig unklar. Klar ist allerdings, dass beide Aktien auch in den kommenden Tagen wilde Kurssprünge hinlegen werden. Zunächst einmal ist aber mit einer Fortsetzung der am Mittwoch eingeleiteten Korrektur zu rechnen.


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| Michael Schröder | 0 Kommentare

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