Facebook
- Benedikt Kaufmann

Facebook-Nutzerzahlen brechen ein

Laut Daten von Verto Analytics hat sich die Dauer, die US-Nutzer auf Facebook verbringen, halbiert. Waren es im Jahr 2016 insgesamt noch knapp 33 Stunden, sollen es 2017 nur rund 18 Stunden sein. Während sich US-Nutzer im vergangenen Jahr etwa einmal pro Tag einloggten, sei die durchschnittliche Anzahl der Facebook-Sessions 2017 auf 173 gesunken, so die Datenanalyse-Firma. Fragt man jedoch andere Marktforscher – kommt man zu ganz anderen Ergebnissen.

Solche Zahlen wären dramatisch für den Social-Media-Konzern und dürften auch die Aktie deutlich abrutschen lassen. Anleger sollten jedoch beruhigt sein, denn die Daten von Verto Analytics stimmen nicht mit den Erkenntnissen anderer Analysten überein: So erwarten die Marktforscher von eMarketer, dass die Nutzungsdauer von durchschnittlich 40 Minuten pro Tag im Jahr 2016 auf 41 Minuten zunimmt.

Etwas pessimistischer ist dagegen eine Umfrage von RBC Capital Markets: Während hier 63 Prozent angaben, ihre Facebook-Nutzung in Zukunft nicht zu verändern – sagten 25 Prozent der Befragten, dass sie erwarten, in den kommenden 12 Monaten weniger Zeit auf Facebook zu verbringen – nur 12 Prozent rechnen mit mehr. Nach diesen Daten lässt sich ebenfalls auf eine Verringerung der durchschnittlichen Nutzungsdauer schließen. Jedoch nicht in der Tragweite, wie es Verto Analytics veröffentlichte.

Quartalsberichte geben anderes Bild ab

Drei Marktforscher – drei Meinungen. Wirkliche Fakten liefern nur die Quartalsberichte von Facebook. Zwar gibt der Konzern zur Nutzungsdauer kaum Daten heraus, doch es ist dennoch etwas anderes zu erkennen. Im ersten Quartal 2016 verbrachten Nutzer noch 50 Minuten auf allen Facebook-Diensten. Im November 2016 wies David Wehner noch auf die steigende Nutzungsdauer hin. 2017 hat sich der Social-Media-Gigant bislang nicht geäußert. Abgesehen davon, dass im dritten Quartal die Zahl der täglich aktiven Nutzer um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegte.

Anleger blenden derartiges Medienrauschen aus und verlassen sich auf die Quartalsberichte des Konzerns. Die Zahl der Nutzer, die Umsätze und die Gewinne steigen aktuell weiter an. Facebook bleibt damit eine intakte Wachstumsstory und ein klares Basisinvestment im Internet-Sektor – Anleger lassen die Gewinne laufen.

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