Facebook
- Fabian Strebin - Redakteur

Facebook mit dem nächsten Ding: Live video

Facebook testet aktuell Werbeanzeigen im Livestreamangebot ausgewählter Partner. Damit treibt das Unternehmen den Ausbau von Live video zu einer profitablen App weiter voran. Das Potenzial ist enorm.

Live video ist das nächste, zukunftsträchtige Projekt von Facebook. Über die App kann man selbstproduzierte Videos live ansehen. Wie Facebook kürzlich bekannt gab, testet es derzeit mit einigen Partnern die Integration von kurzen Werbeeinschüben bei Livestreams. Die Werbepausen sollen bis zu 15 Sekunden dauern. Bei den sogenannten Mid-Roll Anzeigen handelt es sich um die erste Werbung, die direkt in die Social-Media-Plattform integriert ist. Facebook-CEO Marc Zuckerberg positioniert sein Unternehmen damit in einem weiteren Markt, auf den auch Konkurrenten wie Snapchat und Youtube ein Auge geworfen haben.

Werbung ist Kerngeschäft

Dass Facebook mit Werbeeinnahmen den Großteil seiner Erlöse erzielt, zeigt der Blick auf die kürzlich bekanntgegebenen Zahlen zum abgelaufenen Quartal. Von 6,44Milliarden Dollar erwirtschaftete das Unternehmen 6,24 Milliarden Dollar alleine durch Werbung. Einbußen durch die immer beliebter werdenden Werbeblockiertools im Internet müssen die Amerikaner deshalb nicht fürchten.

Jährlich entgehen Firmen weltweit 22 Milliarden Dollar an Werbeeinnahmen durch entsprechende Programme, die im Netz unerwünschte Werbung ausblenden. Allerdings sind davon vor allem die klassischen Medien wie Magazine und Zeitungen mit ihrem Online-Angebot betroffen. Facebook macht es dagegen technisch unmöglich auf mobilen Endgeräten vom Unternehmen freigegebene Werbeanzeigen zu blockieren.

Weiterhin aussichtsreich

Nach dem jüngsten Kursanstieg notiert das Papier nur knapp unter dem Allzeithoch von 128,33 Dollar vom vergangenen Donnerstag. Das KGV liegt für 2016 bei 32 und soll nach Schätzungen nächstes Jahr auf 25 fallen. Diese hohe Bewertung ist vor dem Hintergrund des großen Wachstumspotenzials bei Facebook gerechtfertigt. Alleine beim Umsatz legte das Unternehmen im Gegensatz zu Mitte 2015 um fast 60 Prozent zu. Das Papier ist nach wie vor ein Kauf.

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