KTM Power Sports AG
- DER AKTIONÄR

Extrem puristisch

Die KTM Power Sports AG rollt den Markt auf – künftig nicht nur auf zwei Rädern. Eine Produktoffensive sorgt für viel Fantasie.

Die KTM Power Sports AG rollt den Markt auf – künftig nicht nur auf zwei Rädern. Eine Produktoffensive sorgt für viel Fantasie.

Die fragwürdige Auszeichnung, als bevorzugter Fluchtwagen der RAF zu gelten, verhalf dem „Baader-Meinhof- Wagen“ BMW zu seinem sportlichen Image. Auch KTM ist gerade wegen seiner rauen Vergangenheit zur Kult-Marke avanciert. Noch in den 80er-Jahren wurde KTM aufgrund der harten Abstimmung als „Kanten“ oder „Keiner-Traut-sich-Mitzufahren“-Motorrad bezeichnet.

Vom Gelände auf die Straße

Seit dem hat sich bei dem Offroad-Spezialisten viel getan. KTM-Motorräder fahren einen Absatzrekord nach dem nächsten ein – die Gewinne sprudeln. Gerade erobert die Superduke, die sich Experten zufolge leicht wie ein Fahrrad fahren lässt, auch das Straßensegment. Und künftig dürfte es für KTM-Kunden noch bequemer werden. Die Österreicher basteln gerade an einem Konzept für einen „hochgradig dynamischen Sportwagen“, der die beiden Welten Auto und Motorrad vereint. „Es soll durch Kompromisslosigkeit im KTM-typischen Stil – puristisch extrem – überzeugen“, so KTM-Chef Stefan Pierer gegenüber dem Aktionär. In Partnerschaft mit Audi ist die Kleinserie eines offenen Roadsters mit 250 PS angedacht. Schon Anfang 2007 ist mit der Vorstellung des Prototypen zu rechnen. Bereits im Geschäftsjahr 2006/07 rollt ein erstes KTM-Quad in den Weltmarkt. Hilfreich hierbei ist die enge Kooperation mit dem US-Partner Polaris. Der Hersteller von Schneemobilen und ATVs (All Terrain Vehicle) hat sich 2005 mit knapp 25 Prozent an KTM beteiligt. Im Geschäftshalbjahr 2005/06 (bis Ende Februar) legte das operative Geschäft um elf Prozent zu. Bei einem Umsatz von 235,4 Millionen Euro wurde das EBIT auf 18,1 Millionen Euro gesteigert. Insgesamt will KTM auch im zweiten Halbjahr 2005/06 zweistellig wachsen. Hauptwachstumsträger ist dabei die Expansion im Straßenmotorradbereich. Unterstützt wird diese nicht zuletzt durch die jüngsten Rennsporterfolge in der 125- und 250-ccm-Klasse.

Mitfahren lohnt sich

Seit der Erstempfehlung vor einem Jahr liegt die KTM-Aktie (ehemals Cross Holding AG) rund 30 Prozent im Plus. Und der Kurs dürfte weiter klettern. Das operative Geschäft brummt und die Polaris-Partnerschaft sorgt für zusätzliche Vertriebswege. Für Aufsehen dürfte die Vorstellung des sportlichen Roadsters sorgen. Ob in das erste vierrädrige Modell oder in die mit einem 2007er-KGV von 13 günstig bewertete Aktie – man kann sich nun wieder trauen, in KTM einzusteigen, die harten Zeiten sind vorbei.

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