- DER AKTIONÄR

Explosive Mischung

Ein neuer Chef und ein aktiver Private-Equity-Fonds sind eine dynamische Kombination. Dies dürfte sich entsprechend positiv auf den Kursverlauf der Mobilcom-Aktie auswirken.

Und jetzt auch noch Übernahmegerüchte: In den letzten Wochen und Monaten wurde die Aktie des Mobilfunkvermarkters Mobilcom ohnehin schon mit viel positiven Impulsen verwöhnt. So ist die Fusion mit der Internet/DSL-Tochter Freenet eingefädelt und Eckard Spoerr hat bereits im September 2005 den Mobilcom-Chefsessel erklommen. Der zuvor für Freenet zuständige „vorwärts preschende Jungmanager“ sagte gegenüber dem aktionär: „Wir haben Mobilcom nun wieder auf Wachstumskurs gebracht.“ Zudem stellt er Zukäufe in Aussicht. „Das könnte eine Arcor oder AOL Deutschland sein, aber auch ein Mobilfunkserviceprovider würde uns gut ergänzen“. Unterstützt bei der offensiven Verwendung der rund 400 Millionen Euro freien liquiden Mittel wird er vom Mobilcom-Großaktionär Texas Pacific Group. Nur wenn sich keine sinnvolle Übernahme anbietet, pocht der US-Investor auf eine Sonderausschüttung. So weit, so gut.

Kurs treibende Gerüchte

Ende Januar kam es für den Mobilcom-Kurs noch besser. Mobilcom selbst sei ins Visier eines großen US-Konzerns geraten, lauteten Übernahmegerüchte. Spekulationen, die von Analystenseite schnell als unwahrscheinlich abgetan wurden. Andreas Heinold von der Landesbank Baden-Württemberg sagte jedoch, es sei wahrscheinlicher, dass sich ein Private-Equity-Unternehmen für Mobilcom interessiere. Bereits jetzt besitzt die Texas Pacific Group rund 28 Prozent der Aktien – ab 30-Prozent müsste ein öffentliches Übernahmeangebot abgegeben werden. Nach der Fusion mit Freenet, deren richterliche Genehmigung noch ein paar Wochen dauern kann, hätte die Texas Pacific Group nach aktuellem Stand einen rund 18-prozentigen Anteil der neuen Telekomfirma. Gut möglich also, dass die Amerikaner derzeit Papiere einsammeln, um weiterhin zumindest eine strategisch wichtige Sperrminorität (ab 25 Prozent) zu besitzen.

Gewinn bringende Zukäufe

Das 2006er-KGV liegt bei 16. Noch unberücksichtigt sind hier Übernahmen, die angesichts des Wachstumsdurstes Spoerrs wahrscheinlich sind. Außerdem schätzen Experten, dass bei einer Fusion stille Reserven von bis zu einer Milliarde Euro gehoben werden könnten. Zudem deutet vieles darauf hin, dass der US-Investor weiterhin viel Druck im Sinne des Shareholder-Values ausübt. Was dies für den Kurs bedeuten kann, hat das Beispiel der Deutsche Börse AG gezeigt.

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