DAX
- Michael Schröder - Redakteur

Experte Peeters: „Keine drastische Wende in Sicht“

Rund 18 Prozent hat der DAX im laufenden Jahr zugelegt und dabei den höchsten Stand seiner Geschichte. Zuletzt fiel sogar die Rekordmarke von 9.000 Punkten. Börsianer sind sich sicher: Da die US-Notenbank (Fed) bis auf weiteres an ihren milliardenschweren Anleihekäufen zum Ankurbeln der Wirtschaft festhält, dürfte die Rekordjagd erst einmal weitergehen.

DER AKTIONÄR sprach mit Kapitalmarktkenner Roger Peeters von Close Brothers Seydler Research über die aktuellen Aussichten des Leitindex und fragte nach, wie Anleger jetzt am besten agieren sollten.

DER AKTIONÄR: Der DAX ist erstmals über die 9.000-Punkte-Marke gestiegen. Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation?

Roger Peeters: Das Überschreiten der 9.000er Marke war ein weiteres Ausrufezeichen in einem bislang intakten Aufwärtstrend. Auch wenn der Markt unverändert nur von der Liquidität getrieben ist, scheint keine drastische Wende in Sicht.

Wohin kann die Reise gehen - bis Jahresende und mittelfristig?

Man darf nicht den Fehler machen, den Trend einfach fortzuschreiben und in Euphorie zu verfallen. Aber gerade das geschieht ja nicht an den Märkten. Das Misstrauen ist groß, dass es kurz- und mittelfristig mit Unterbrechungen weiter hoch gehen kann. Bislang trauen sich die Notenbanken einfach nicht, den Fuß vom Gas zu nehmen. Und irgendwie deutet wenig auf einen schnellen Sinneswandel hin.

Wie sollten Anleger jetzt agieren?

Es scheint nach wie vor das größere Risiko, nicht im Aktienmarkt engagiert zu sein. Allerdings ist es sinnvoll, neue Positionen in temporäre Schwächephasen einzubauen.

Welche Branchen und Einzelwerte gehören jetzt ins Depot?

Momentan gibt es weiterhin Nachholeffekte von Branchen, die auf Sicht der vergangenen Jahre nicht so gut mit liefen, etwa Telekommunikation. Ausnehmen würde ich hier aber eher Banken, die stark von regulatorischen Kräften getroffen sind.

Welche Alternative gibt es derzeit zur Aktie?

Wer negativ eingestellt ist, fährt wohl mit erhöhter Kasse noch am besten, auch weil der Rentenmarkt weiter recht hoch bewertet ist.

Vielen Dank für das Gespräch!

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