DAX
- Thomas Bergmann - Redakteur

Experte: Höhenangst könnte DAX-Rallye stoppen

Geht dem DAX langsam die Luft aus? Immer mehr Experten warnen vor einer Korrektur am deutschen Aktienmarkt. Neben den gestiegenen Bewertungen führen sie neue geopolitische Risiken wie den im Jemen an. Zudem gibt es eine Reihe von Konjunkturdaten, die die Stimmung der Anleger belasten könnten.

Nach dem rasanten Jahresauftakt verspürten die Anleger nun zunehmend "Höhenangst", schrieb Investmentanalyst Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Argumente für mögliche Kursrückschläge in der neuen Woche gibt es Experten zufolge genug: Die Gründe reichen von einer Abkühlung des möglicherweise zu heiß gelaufenen Marktes über politische Risiken bis zur Sorge um eine anhaltende Konjunkturschwäche. Dagegen jedoch steht die Hoffnung, dass die Geldpolitik der Notenbanken die schlimmsten Auswirkungen abmildert.

Markt ist zu teuer

Der Preis der Rally könne inzwischen eindeutig an der aktuellen Bewertung des deutschen Leitindexes abgelesen werden, schrieb Analyst Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank. So habe sich das Börsenbarometer auf Basis der Gewinnerwartungen für dieses Jahr im Vergleich zum Oktober deutlich verteuert. Nun bestehe auf kurze Sicht das Risiko einer Kurskorrektur.

Fundamental zumindest werde der Aufschwung an den Börsen nicht mehr von der Gewinnentwicklung der Unternehmen mitgetragen, meinen die Analysten der DZ Bank. Die Erwartungen der Anleger hätten sich von der Realität entkoppelt.

Entsprechend skeptisch blickt auch LBBW-Experte Streich auf die neue Woche: "Wurde die Rally am europäischen Markt lange Zeit von einer überdurchschnittlichen Nachfrage nach Aktien begleitet, hat sich dieses Bild seit einigen Tagen sichtbar verändert." Nun dominiere die Angebotsseite, was in der Regel für fallende Kurse spreche. Professionelle Investoren seien bereits dabei, die Kursgewinne der jüngeren Vergangenheit zu realisieren und sich erst einmal an die Seitenlinie zu stellen.

Krieg im Jemen

Indes rückten mit der Militäraktion im Jemen unter Führung Saudi-Arabiens nun wieder die weltpolitischen Risiken in den Blick, schrieb Analystin Claudia Windt von der Landesbank Helaba. Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif warnte bereits vor verheerenden Folgen für die gesamte Region. Der Iran, der die schiitischen Huthi-Rebellen unterstützt, hatte die saudischen Angriffe auf den Jemen verurteilt.

Darüber hinaus dürften in der neuen Woche Windt zufolge einige Konjunkturindikatoren darauf hinweisen, dass die US-Wirtschaft zwar nicht vor einem Abschwung steht, aber zu Beginn des Jahres eine "konjunkturelle Verschnaufpause" einlegt. Schwach ausfallen könnte zum Beispiel der ISM-Stimmungsindex aus dem Verarbeitenden Gewerbe für März, der am Mittwoch veröffentlicht wird.

Am Donnerstag richten sich dann alle Augen auf die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA. Sie könnten ebenso wie der Jobreport des privaten Dienstleisters ADP am Mittwoch Hinweise
auf den wichtigen US-Arbeitsmarktbericht für März geben, der dann am Freitag veröffentlicht wird. Dieser Jobreport dürfte wohl etwas schlechter ausfallen als im Vormonat, schrieb Analyst Christoph  Balz von der Commerzbank.

DAX in Lauerstellung

In der Zwischenzeit dürften sich viele Anleger an der Charttechnik orientieren. Hier bildet der DAX derzeit eine Konsolidierungsflagge aus. Welche Marken dabei von besonderer Bedeutung sind, lesen Anleger – wie gewohnt – am Montag an dieser Stelle.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Dow Jones vor Rekord - Kann der DAX folgen?

Der deutsche Aktienmarkt setzt dank einer festen Wall Street am Donnerstag seine Erholung fort. Zwar hinkt der DAX dem Dow Jones in Sachen Performance weit hinterher, doch insgesamt hat sich das Bild aufgehellt. Noch muss der deutsche Leitindex aber einige Hürden meistern, um in ähnliche Gefilde … mehr
| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Der Tag danach - DAX noch immer in der Warteschleife

Die Europäische Zentralbank ist am Vortag den Erwartungen des Marktes gerecht geworden und hat die Leitzinsen bei Null belassen. Ferner wurde der Ausstieg aus dem milliardenschweren Anleihenkaufprogramm bestätigt. Der Markt hat (noch) nicht auf die an sich positiven Nachrichten reagiert. Trotzdem … mehr
| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

DAX: Anleger, was wollt Ihr mehr?

Die Europäische Zentralbank reduziert wie erwartet das Volumen ihrer milliardenschweren Anleihekäufe. Auch bleibt bei den Zinsen alles beim Alten. Der DAX reagiert kaum auf die Entscheidung des EZB-Rates. Die Bodenbildungsphase im Bereich von 12.000 Punkten setzt sich fort. mehr