- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Exklusiv: Xing-Macher Winners: „abwarten wie Warren Buffett“

Positives Signal: HolidayCheck-Aufsichtsratschef Stefan Winners hat den Vorstandsvertrag mit dem Ex-Amazon-Topmanager Georg Hesse Mitte Juli um vier Jahre bis 2023 verlängert. Winners sei „vom neuen Team bei HolidayCheck sehr beeindruckt – auch aufgrund der Zahlen. Die machen das hervorragend.“ Gewinntreiber ist ein großer interner Relaunch. „Bei HolidayCheck haben wir fünf Jahre lang eine neue technische Plattform entwickelt, die nun ausgerollt wird und skalieren kann. Das Team ist jetzt in der Lage, die Plattform und damit die Firma sehr schnell zu entwickeln“, so Winners. DER AKTIONÄR hat Winners auch zur Beteiligung Xing befragt. (hier das Portrait: „Winners Wille“)

DER AKTIONÄR: Herr Winners, Burda ist 2012 antizyklisch bei Xing eingestiegen. Der Kurs ist von 44 auf 300 Euro gestiegen. Kann es noch weitergehen?

Stefan Winners: Wenn Xing in den nächsten Jahren um die 20 Prozent wächst, und danach sieht es aus, wird das die Börse sicherlich weiterhin honorieren.

Doch Ihre Beteiligungen sind im Kampf mit US-Playern.

Das ist nichts Neues und hält wach und fit. Tripadvisor wollte nach eigenen Aussagen des CEOs HolidayCheck verdrängen, was jedoch nicht gelungen ist. Jetzt ist Booking.com ein starker Wettbewerber – doch nur bei Hotel-only, nicht bei Pauschalreisen. Im Übrigen fordere ich: Die Marktmacht von Firmen wie Amazon und Google, die in immer neue Geschäftsbereiche vordringen und ganze Industrien erschüttern, sollte entbündelt werden.

Droht nach zehn Jahren Aufschwung eine Rezession?

Plattformgeschäfte sind auch in den schwierigen Jahren 2008 und 2012 mit hohen zweistelligen Wachstumsraten gewachsen. Bei Xing läuft es im Moment sehr gut, weil das Unternehmen Firmen Lösungen verkauft, mit denen Sie Mitarbeiter anwerben und finden können. In einer Krise hingegen zieht dafür das Geschäft mit Privatkunden an, die Premium-Member bei Xing werden, um einen neuen Job zu finden.

Und als Investor: Würden Sie wieder wie Buffett antizyklisch kaufen?

Buffett sagt zwar: „Wette nie gegen die USA“, doch er hat in den letzten zwölf Monaten keine einzige große Übernahme gemacht. Er wartet ab. Auch wir bei Burda Digital haben zuletzt weniger gekauft – aber wir sind in der Lage, zum richtigen Zeitpunkt zuzukaufen. Jede Krise bietet großartige Chancen. Besonders interessant sind für uns weiterhin Plattformgeschäfte, Marktplätze, die schwer von der Konkurrenz zu knacken sind.

Dieses Interview ist in der AKTIONÄR-Ausgabe 31/2018 erschienen.

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