Tesla
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Bob Lutz: Elektro-3er von BMW wäre "Nagel im Tesla-Sarg"

Ein Mann der klaren Worte. Robert „Bob“ Lutz wurde 1932 in Zürich geboren. Nach seiner Zeit als Kampfpilot startete er eine steile Karriere in der Automobilbranche. So war er als Topmanager bei BMW und Vice President bei Ford. Er liebt laute und schnelle Autos, doch erkannte schon 2008: „Die Elektrifizierung des Automobils ist unausweichlich.“ 2001 bis 2010 war er Vorstand von General Motors. DER AKTIONÄR hat mit ihm über die Zukunft der Automobilbranche gesprochen.

Gibt es ein Happy End für Tesla-Aktionäre?

Nein. Tesla hat absolut keine Chance, mit dem Model 3 Geld zu verdienen. Grob geschätzt hat ein Elektroauto wie das Model 3 reine Material- und Personalkosten von 40.000 Dollar. Hinzu kommen hohe fixe Kosten. Selbst für die großen Hersteller, die mehr Skaleneffekte haben, ist der Verkauf von Elektroautos ein Verlustgeschäft. Denn der Elektroauto-Absatzboom beruht nur auf den europäischen C02-Gesetzen und den US-Verbrauchsnormen, welche mit konventionellen Antrieben nicht erreichbar sind. Also muss jede Autofirma einen bestimmten Anteil von Elektroautos anbieten.

Tesla bekommt ein Problem: Die Exklusivität ist durch 500-Kilometer-Autos von Porsche, Daimler und VW bald Vergangenheit. Wenn BMW den 3er mit Batterien anbietet, wäre das ein weiterer Nagel im Tesla-Sarg. GM, Hyundai, Kia und Nissan werden die Preise für Elektroautos diktieren und Tesla wird daran zerbrechen. In ein bis zwei Jahren ist Tesla ein Elektroauto-Anbieter von vielen. Die Pleite ist unvermeidlich.

Der Kern eines Elektroautos sind die Batterien. Hat Tesla hier einen Vorsprung?

Tesla hat keine Batteriechemie, welche andere nicht auch haben. Der einzige Vorteil war der Bau eines Chassis, in das mehr Lithium-Ionen-Batterien verbaut werden können – daher der Vorsprung bei der Reichweite und der hohe Preis. Tesla hat auf niemanden einen technischen Vorsprung.

Der neue Chevrolet Bolt hat in jeder Hinsicht eine bessere Technologie, wird 1,5 Jahre früher im Markt sein und günstiger angeboten werden.

Werden „alte“ Hersteller unterschätzt?

Ja. Das Problem der Silicon-Valley-Leute ist ihre Hybris. Sie glauben in der Automobilbranche sitzen verkalkte Dinosaurier, die keine Ahnung haben. Was sie übersehen: Das Automobilgeschäft ist seit Jahren hochumkämpft. Daher sind die etablierten Konzerne an der Spitze der Fertigungstechnologie, sie verwenden alle modernen Methoden und zeigen neues, frisches Denken. Da kann keiner aus dem Silicon Valley kommen und sagen, ihr seid alle Idioten und wir können es besser – solche Leute werden auf die Schnauze fallen.

Elon Musk lässt sich von der Kritik nicht beeindrucken. Er schüttelt die irdischen Probleme bei Tesla ab und fliegt in diesen Tagen lieber in Gedanken zum Mars! Der Milliardär gab nun einem neuen Interview das Ziel aus „eine selbsterhaltende, wachsende Mars-Kolonie aufzubauen.“ Schon in zehn Jahren könnten Menschen auf dem Mars leben.

Weiter als Elon Musk!

Seine Raumfahrtfirma SpaceX ist nicht gelistet. Doch es gibt eine erstaunlich attraktive Aktie, die börsennotiert ist und von den großen Plänen von Elon Musk profitiert. Gegenüber dem AKTIONÄR-Börsenbrief Hot Stock Report verriet der Chef der Technologiefirma nun: „Elon Musk liefert mit seinen Visionen kostenfreie Werbetreiber für die gesamte Branche.“ Und hier die Aussage, die für viel Fantasie sorgt: „Speziell zu der Mars-Vision von Elon Musk: Wir sind hier schon einen Schritt weiter.“

Die eigentliche Sensation ist nicht die Mars-Fantasie, sondern die auf dem Boden geblieben Bewertung dieser Aktie. Das gibt es wohl nur einmal in ganz Europa: Der Auftragsbestand liegt 5(!) mal höher als die gesamt Börsenbewertung. Eine große Chance für Anleger, weswegen die Aktie kurz vor der Aufnahme in das Depot 2030 steht. Für Anleger mit Lust auf außergewöhnliche Zukunft-Investments gibt es ein Angebot für ein günstiges Probeabo. Einfach hier klicken.


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  • Sonnenstrom +++ -
    Unglaublich das ein Verbrenner-Dinosaurier überhaupt zur E-mobilität befragt wird. Mr. Lutz hat GM mit über „50mrd Dollar minus“ 2008-9 in den Bankrott geführt (siehe GM bail-out) und wurde auch damit in den Ruhestand geschoben. Mr. "V8" und "6,5l Hubraum" hat echt null Kompetenz, um über Fragen unserer zukünftigen Individualmobilität Antworten zu geben. Alleine der Marktwert von Tesla liegt derzeit bei 4 Mrd Dollar, Tesla gehört seit Okt 2016 zu den 100 wertvollsten Marken der Welt,... Lasst Mr. Lutz bitte schlafen.
  • Elisabeth Vortherms -
    Wie wäre es wenn nicht andauernd dieses Interview mit Lutz recycled würde nur um die Short-Positionen vom Söllner zu unterstützen?
  • Dennis Pagel -
    Ich würde mal abwarten, bis das Model 3 tatsächlich neben einem 3er (den gibt es nämlich schon) steht. Dann schauen wir auch mal, wieviele Vorbestellungen Ende 2018 zur Markteinführung des Model 3 noch bestehen. Würde mich wundern, wenn es mehr 200.000 wären ;)
  • Ven Yo -
    Klar, dass ein Ex-Topmanager der alten Autowelt es nicht wahrhaben will, dass Tesla den etablierten in den Hintern tritt. Der Chevrolet Bolt hat eine Van-Karosserie. Der Trend geht schon seit langem weg vom Van, ich verstehe nicht, warum die etablierten Autohersteller so blind sind. Wenn man einen elektrischem 3er BMW dem Model 3 gegenüberstellt, wird man feststellen, dass man zum Einen den typischen ungerechtfertigten BMW-Mondpreis zahlen soll, dass es BMW ohne teures Carbon nicht schafft, ein leichtes Auto zu bauen und dass das Platzangebot wesentlich schlechter sein wird als im Model 3. Tesla hat 400.000 Vorbestellungen für das Model 3. Ein Schlag ins Gesicht für die etablierten Autobauer. Getroffene Hunde bellen...
  • Ven Yo -
    as
  • Dennis Pagel -
    Dass Tesla dem Untergang geweiht sei, ist sicher übertrieben. Allerdings sollte auch die Tesla-Fangemeinde die Risiken nicht unterschätzen. Tesla verdient kein Geld und verliert auch im Hinblick auf die Batterietechnik langsam seine Exklusivität. Tesla bekommt mit den europäischen Autobauern massive Konkurrenz und das in einem Markt, der immer noch sehr auf heimische Marken fixiert ist. Und die Anzahlung für das Model 3? Kann man sich binnen weniger Tage zurückholen, indem man widerruft. Die Reservierung des Model 3 ist so, als würde ich mir schonmal für 2018 einen ICE-Platz reservieren, weil ich da eventuell nach München fahre. Das ist so bindend wie ein One-Night-Stand.
  • Markus Hintemann -
    Innovationen... werden sich dann... eher-wahrscheinlich... NICHT... die Butter vom Brot nehmen lassen... ;-(... / ... ;-)
  • Markus Hintemann -
    Tesla hat die E-Car-Vision... gar keine Frage... und "we Germans" die ... ... praktikablen... Lösungen... (bis-auf-die-Reichweite)... in der nächsten Auto-Schublade... TESLA... hat noch mit KEINEM !! Auto... Geld verdient... ;-((... und ... VIELE-VIELE-DEUTSCHE-AUTO-E-SCHUBLÄDEN... prall gefüllt ! mit...
  • Markus Aschenbrenner -
    Interessant wie Tesla polarisiert. Kaum ein Tag ohne einen Tesla-Kritischen Beitrag, erneut einen entsprechenden 2seiter im aktuellen Aktionär! Ich denke wir haben mittlerweile alle verstanden: TESLA is doomed :)
  • josef mitterer -
    Lutz der Topmanager bei GM ... GM Bailout 2008? evtl. sollte der Aktionär seine Quellen auch auf fachliche Eignung prüfen. ...
  • josef mitterer -
    Lutz: „Elon Musk ist ein genialer Typ und macht starkes Marketing. Aber er hat nicht die blasseste Ahnung, wie man einen Autohersteller führt.“

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