Allianz
- Fabian Strebin - Redakteur

Europäische Versicherer unter Druck – Was macht die Allianz?

Dass die Versicherungsbranche gerade in Europa unter den historisch niedrigen Zinsen leidet, ist nichts Neues. Je länger aber die Negativzinsen andauern, umso mehr geraten die Dividendenzahlungen und Geschäftsmodelle der einzelnen Konzerne in Gefahr. Ist auch die Allianz bedroht?

EZB zerstört Geschäftsmodell

Mit ihrer extrem expansiven Geldpolitik macht die EZB den europäischen Versicherern das Leben schwer. Durch die verschiedenen Anleiheaufkaufprogramme und die negativen Einlagezinsen für Geschäftsbanken drückt die Zentralbank die Rendite von Staatsanleihen unter die Schmerzgrenze. Mittlerweile rentieren laut einer Studie von J.P. Morgan Asset Management vierzig Prozent aller europäischen Staatsanleihen im negativen Bereich.

Bei klassischen Lebensversicherungen darf aus regulatorischer Sicht nur in sichere Wertpapiere wie Staatsanleihen investiert werden. Deren Renditen reichen mittlerweile aber meist nicht mehr aus, um die häufig garantierte Mindestverzinsung der Verträge zu erreichen. Das Kerngeschäft und letztlich die Dividendenauszahlungen bei vielen Versicherern stehen somit auf dem Prüfstand

Allianz gewinnt Marktanteile

Anders sieht die Situation beim Platzhirsch Allianz aus. Zuletzt wurde sogar bekannt, dass das Unternehmen selbst im Heimatmarkt Deutschland noch wächst. So konnten nicht nur im Schaden- und Unfallsegment Marktanteile gewonnen werden. Sogar im kriselnden Lebensversicherungsgeschäft legte man zu. Dem ungünstigen Zinsumfeld und den durch den Brexit ausgelösten Unsicherheiten kann sich aber auch die Allianz nicht ganz entziehen. Trotzdem rät die UBS zum Kauf. Analyst James Shuck sieht den Versicherer gut aufgestellt und keine Gefahr für die Dividende

Top-Pick im Versicherungsbereich

Dass die Allianz im schwierigen Gesamtumfeld im gesättigten Heimatmarkt Deutschland noch wächst, zeigt die starke Performance der Münchener. Sollte das derzeitige Zinsumfeld anhalten, dürfte das Unternehmen zudem von einer Marktkonsolidierung profitieren. Mit einem KGV von neun und einer Dividendenrendite von 5,8 Prozent gehört die Allianz zu den Favoriten des AKTIONÄRS in der Versicherungsbranche. Kaufen!

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