Solarworld
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

EU schützt Solarworld: Solar muss 88 Prozent teuerer sein

Die Einführung von Strafzöllen auf China-Solarmodule ist nun amtlich. Die Kurse chinesischer Hersteller kommen nach der jüngsten Rallye unter Druck, die ausgebombte Solarworld-Aktie steigt leicht an.

Jetzt ist es offiziell: Die EU-Kommission verhängt Strafzölle auf die Einfuhr von Solarmodulen aus China. Zunächst beträgt der an den Staat abzuführende Zoll 11,8 Prozent und ab August sogar für vier Monate 47,6 Prozent. Im Dezember wird schließlich entschieden, ob die Zölle für weitere fünf Jahre verlängert werden. Marktbeobachter hoffen jedoch auf zwischenzeitliche fruchtbare Gespräche mit der chinesischen Seite, welche derzeit droht, im Gegenzug ebenfalls Zölle auf Importe einzuführen.

Interessant ist die Begründung der EU-Beamten für den Eingriff: Der faire Preis von Solarmodulen aus China müsse eigentlich 88 Prozent höher liegen. Man wolle 25.000 Jobs der produzierenden europäischen Solarindustrie schützen. Studien aus anderen Quellen schätzen jedoch, dass mindestens so viele Mitarbeiter bei Solar-Handwerksbetrieben oder Projektierern ihre Jobs verlieren würden, stiegen die Preise für Solarenergie durch den Markteingriff wieder an.

Überkapazitäten

Die EU-Kommission stellte unter anderen fest, dass chinesische Solarmodulhersteller aufgrund "unfairem Wettbewerbes" über 80 Prozent des europäischen Marktes für Solarmodule kontrollieren. Die Produktionskapazitäten der chinesischen Hersteller würden 150 Prozent der gesamten weltweiten Nachfrage ausmachen.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hatte gegenüber Reuters deutlich Stellung bezogen: "Die Bundesregierung lehnt die von der EU-Kommission geplanten vorläufigen Anti-Dumping-Maßnahmen klar ab. Wir halten diesen Schritt für einen schweren Fehler".

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