Repower Systems
- DER AKTIONÄR

Es gibt viel zu tun

Obwohl Deutschland beim Thema Umweltschutz die Nase vorn hat, generieren Windanlagenbauer rund drei Viertel ihrer Umsätze im Ausland. Südeuropa, China und Indien gelten als die Märkte der Zukunft. Ein neues Gesetz gibt aber auch dem heimischen Markt Auftrieb: Die Netzanschlusskosten für im Meer stehende Windkraftanlagen müssen nicht von den Betreibern sogenannter Offshore-Parks getragen werden.

Hohe Preise für Öl, Kyoto, aber auch das steigende Umweltbewusstsein vieler Leute lässt Windanlagenbauer in eine rosige Zukunft blicken. Die Auftragsbücher sind voll.

Obwohl Deutschland beim Thema Umweltschutz die Nase vorn hat, generieren Windanlagenbauer rund drei Viertel ihrer Umsätze im Ausland. Südeuropa, China und Indien gelten als die Märkte der Zukunft. Ein neues Gesetz gibt aber auch dem heimischen Markt Auftrieb: Die Netzanschlusskosten für im Meer stehende Windkraftanlagen müssen nicht von den Betreibern sogenannter Offshore-Parks getragen werden. Netzbetreiber wie RWE sollen diese Last bis Ende 2011 schultern, entschied kürzlich der Bundesrat. Innerhalb der Frist könnten Windparks mit einer Leistung von insgesamt 1.500 Megawatt (MW) in der Nord- und Ostsee ans Netz gehen.

Repower mischt mit

Von dem Geschäft möchte auch der Windkraftanlagenbauer Repower profitieren. Mit seinen 5-MW-Anlagen ist das Hamburger Unternehmen bestens gerüstet. Probleme bereitet lediglich die Knappheit von Zulieferteilen. Für das laufende Geschäftsjahr besteht die Gefahr, dass bis zu zehn bestellte Anlagen nicht fertiggestellt werden können. Das Betriebsergebnis würde um 1,5 Millionen Euro schrumpfen. Auch im kommenden Jahr wird es noch Schwierigkeiten geben: „Wir könnten viel mehr machen als wir prognostiziert haben“, beklagt sich Vorstandsvorsitzender Fritz Vahrenholt im Gespräch mit dem AKTIONÄR. Die Engpässe werden erst 2008 kein Risiko mehr darstellen, wenn Joint Ventures in China und Indien die erforderlichen Teile liefern. Im laufenden Geschäftsjahr plant Vahrenholt mit Umsätzen von 450 Millionen Euro und einer EBIT-Marge von 2,1 bis 3 Prozent – je nach Auslieferumfang. Bis 2008 sollen die Windanlagen 850 Millionen Euro bringen.

Nordex verzichtet

Der zweite große deutsche Player auf dem Markt für Windkraftanlagen ist Nordex. Offshore ist hier nur ein Randthema. Vorstandschef Thomas Richterich sieht noch nicht genug Potenzial in dem Markt. „Derzeit werden 2- bis 3-MW-Anlagen viel stärker nachgefragt“, so ein Firmensprecher gegenüber dem AKTIONÄR. Außerdem winken bei Landanlagen bessere Preise – im Wasser sind die Kosten rund doppelt so hoch. Die Strategie von Nordex soll im Geschäftsjahr 2006 Umsätze in Höhe von 500 Millionen Euro generieren – bei einer EBIT-Marge von mindestens drei Prozent. Bis 2008 rechnet die Firma mit Erlösen von einer Milliarde Euro bei einer Marge von rund fünf Prozent.

Einen Hauch vorn

Nordex und Repower verfolgen unterschiedliche Strategien, sind an der Börse mit einem 2007er-KGV von fast 30 aber nahezu gleich bewertet. Bei Profitabilität und Wachstum hingegen hat Nordex die Nase vorn und sollte Börsianer weiterhin mit positiven Meldungen erfreuen.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 50/2006.

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