Ecotel Communication
- DER AKTIONÄR

Es bleibt spannend

Mit der Übernahme der ADTG Allgemeine Telefondienstleistungs GmbH unterstreicht Ecotel die Absicht, aktiv am Konsolidierungsprozess in der deutschen Telekombranche mitzumischen. ADTG zählt mit einem Jahresumsatz von sieben Millionen Euro zu den größten deutschen Resellern im Bereich Geschäftskundenlösungen. DER AKTIONÄR wollte von Finanzvorstand Bernhard Seidl wissen, was hinter der Transaktion steckt.

Auch nach der jüngsten Übernahme von ADTG plant Ecotel weitere Akquisitionsschritte. Zudem steht der Wechsel in den Prime Standard an.

Mit der Übernahme der ADTG Allgemeine Telefondienstleistungs GmbH unterstreicht Ecotel die Absicht, aktiv am Konsolidierungsprozess in der deutschen Telekombranche mitzumischen. ADTG zählt mit einem Jahresumsatz von sieben Millionen Euro zu den größten deutschen Resellern im Bereich Geschäftskundenlösungen. DER AKTIONÄR wollte von Finanzvorstand Bernhard Seidl wissen, was hinter der Transaktion steckt.

DER AKTIONÄR: Herr Seidl, welche Bedeutung hat die Übernahme der ADTG für Ecotel?

BERNHARD SEIDL: ADTG vertreibt das gleiche Produktportfolio wie Ecotel, nämlich Sprach-, Daten- und Mobilfunkdienste. Die Motivation für die Übernahme der ADTG ist die weitere Konsolidierung des Reseller-Marktes in Deutschland und die damit einhergehende Erweiterung des Geschäftskundenstamms von Ecotel. Ein weiterer, für uns besonders wichtiger Aspekt ist die Tatsache, dass wir eine langfristige Vertriebspartnerschaft mit den ehemaligen Eigentümern der ADTG abschließen konnten – hinter uns steht jetzt eine der größten Vertriebsmannschaften im Geschäftskundensegment. Daneben haben wir erhebliches Synergiepotenzial auf der Einkaufsseite.

Hat der ADTG-Deal Auswirkung auf das Ergebnis je Aktie im laufenden Jahr?

ADTG erzielt ähnliche Gewinnmargen wie Ecotel. Neben einer Barzahlung von 2,4 Millionen Euro ist der Großteil des Kaufpreises mit rund 200.000 neuen Aktien der Ecotel bezahlt worden. Die dadurch bedingte Verwässerung des Grundkapitals wird jedoch durch den zusätzlichen erwarteten Gewinn für die Ecotel-Gruppe mehr als ausgeglichen, sodass durch die Transaktion eine positive Auswirkung auf das Ergebnis je Aktie zu erwarten ist.

Steht damit eine Erhöhung der Gewinnprognose von 1,50 Euro je Aktie für 2007 an?

Wir sind sicherlich durch die Akquisition erheblich gestärkt, was der Erreichung unserer Ziele für 2007 auf jeden Fall hilft. Aus der Nacamar-Akquisition haben wir durch Ausnutzung der Steuervorteile sicherlich ein paar gegenläufige Einflüsse auf EBIT und EPS. Nach dem Abschluss der Halbjahreszahlen werden wir ein klareres Bild haben. Wir sind aber sehr optimistisch, dass wir unsere Ziele übertreffen werden.

Welche weiteren Projekte haben Sie noch in der Pipeline?

Wir arbeiten mit Hochdruck am Eintritt in den Mobilfunkmarkt, wo wir den Beginn der Vermarktung für September planen. Mit neuen Mobilfunkprodukten, die wir in das Festnetzangebot für unsere Geschäftskunden integrieren, runden wir unser Produktportfolio ab. Zusätzlich erwarten wir für Mitte August den Vollzug des Segmentwechsels in den Prime Standard, um damit die Aktie einem weiteren Investorenkreis zu erschließen. Daneben arbeiten wir an der Akquisitionsfront weiter. Es bleibt also spannend.

Vor Kaufsignal

Ecotel treibt seine Konsolidierungsstrategie konsequent voran. Positive Impulse auf den Aktienkurs sind zudem vom geplanten Wechsel in den Prime Standard zu erwarten, wo ein 2008er-KGV von 7 vermehrt institutionelle Investoren auf den Plan rufen wird. Da auch die Charttechnik bei einem Überwinden des Widerstandsbereichs um 17,50 Euro ein wichtiges Kaufsignal liefert, bietet sich das aktuelle Niveau zum Einstieg an.

Kursziel bei Ecotel: 25,50 Euro. Stopp: 13,50 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 29/2007.

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